Lumix LX3 – Den Blitz… brauche ich wirklich nicht!

Einer der Hauptgründe, bei die Entscheidung für die Lumix LX3 war die hohe Lichtempfindlichkeit. Ich habe es bis heute nicht bereut. Die extremen 24 mm Brennweite hatten mich beinahe abgeschreckt und beim Kauf stark zweifeln lassen … heute weiss ich, was ich bis dahin verpasst habe.

Mittlerweile habe ich die kleine Kamera lieben gelernt und würde sie gegen nichts eintauschen wollen. Gerade in der Weihnachtszeit zeigt die kleine Lichtriesin, was in ihr steckt. Perfekte Schärfe ist aber nicht alles… es kommt auf die eingefangene Stimmung an. Und da punktet die LX3, wie keine andere Kamera, die ich bisher besessen habe… und das waren schon so einige ;-)

Was das war? Frag mich besser nicht! Aber die Stimmung… die war genauso!

Letzte Vorbereitungen in der Küche, die Teller sind gut vorgewärmt… die Spannung steigt ins Unermessliche!

Wer sagt denn, dass man alles erkenn muss? Wir waren doch dabei und erinnern uns an die Situation genau!

Mag sein, dass ich mir meinen alten  SLR-Boliden des vergangegnen Jahrhunderts mit ihren gigantischen “Glasklötzen” mehr rausgekitzelt hätte… aber mich begeistert heute viel mehr, wie einfach und ohne jeden Aufwand ich das alles speichern kann… Ja, de Zeiten ändern sich eben!

MINOX BV 8×25 BRW – Verblüffende Leistung

MINOX - LogoUnabhängig von meinen “binokularen” Betrachtungen im TOP-Bereich europäischer Fernglasmarken innerhalb der vergangenen Monate, habe ich zeitgleich auch nach einem kleinen Fernglas “für immer dabei” gesucht, welches sowohl preiswert zu haben, gleichzeitig aber auch nicht allzu schlecht in der Leistung sein sollte.

Die Gläser der 8×20er TOP-Klasse, sind zwar sehr kompakt und von überagender optischer Leistung, aber

1. recht teuer – ein halber Tausender sind da schon fast “günstig”
2. wegen recht kleiner Fokussiertriebe nicht sonderlich ideal in der Handhabung
3. die Nahgrenze in manchen Fällen nicht mehr zeitgemäß und für Insektenbeobachtung nicht ausreichend kurz
4. mir “einfach zu schade”, sie bei jedem Wetter in der Anoraktasche oder im Handschuhfach durchzuschütteln

Sieht man sich im Internet um, findet man massenhaft Firmen bzw. Onlineshops, die günstig “Spielsachen” dieser Art anbieten. Allerdings handelt es sich meist um vollkommen unbekannte Namen, die zudem im europäischen Bereich nicht ansässig sind, sodaß es bei möglichen Reklamationen zu größeren Schwierigkeiten kommen  könnte, als ich mir einhandeln möchte. Ein bekannter “Deutscher Name mit Tradition” wäre mir da natürlich lieber, aber geht das überhaupt zum “kleinen Preis”? OK, ich habe keine zu hohen Erwartungen!

Minox BV 8x25 BRW - Frontansicht

Als dann die Firma MINOX aus Wetzlar auf ihrem digitalen “Weihnachtskalender” mit Datum vom 7.12.2009 ein passendes Glas anbot, zu einem um ca. 40% reduzierten Preis von 99 Euro… habe ich gleich zugeschlagen.
So schlecht kann es garnicht sein, wenn die angegebenen technischen Daten nur einigermassen stimmen – und bei dem “Herstellernamen” habe ich nicht ganz so große Zweifel. OK, garantiert wird es aus asiatischer Produktion stammen, aber was kommt heutzutage nicht von dort? Aber auf diese Weise habe ich jetzt zumindest “eine Ansprechadresse fast um die Ecke”.

Die technische Kennwerte des “BV 8×25 BRW”  laut Minox Datenblatt

  • Vergrößerung: 8x
  • Eintrittspupille: 25 mm
  • Austrittspupille: 3,1 mm
  • Sehfeld: 119 m / 1000 m = 7,4°
  • Pupillenschnittweite: 15,5 mm
  • Nahdistanz: 2,4 m
  • Dämmerungszahl: 14,1
  • Funktionstemperatur: -10° bis +40° C
  • Wasserdicht: ja, bis 3 m Tiefe
  • Höhe, Breite, Tiefe: 109 x 98 x 39 mm
  • Gewicht: ca. 295 g
  • Ausstattung: Stickstoff-Füllung, Prismen mit Phasenkorrektur-Belag
  • Bestell Nr.: 62171

Bedenkt man den vorgesehenen Einsatzfall und den moderaten Preis, dann kann man eigentlich nicht meckern… kompakt, leicht, wasserdicht, mit Phasenkorrekur-Belag… schaun mer mal, wie “das gute Stück” in Natura aussehen wird und – vor allem – was man in der Natur dadurch erkennen kann.
Besonders gespannt bin ich darauf, welche Abstriche man am Ende machen muß, gegenüber einem Fernglas der Topklasse… jedoch bei einem Preisfaktor von ca. 1/15.

Die Onlinebestellung war in Minutenschnelle erledigt. Umgehend kam per E-Mail die Bestätigung mit Auftragsnummer etc. Nun ist Warten angesagt! Die Zeit vertreibt man sich mit Lesen von mehr oder weniger guten Kritiken eben dieses Glases. Man redet sich natürlich ständig ein, bloß nicht zuviel zu erwarten, um dann nicht zu sehr enttäuscht zu sein. Gleich mal überlegen, wem man es zu Weihnachten schenken könnte, wenn es dann doch nicht wirklich gefällt…

Endlich, der freundliche Paketbote ist da…

Das Warten ist eben so spannend, wie bei einem erheblich teureren Glas. Der Paketbote kommt dann endlich nach “3 langen Tage”, eine elektronische Unterschrift ist schnell hinkekritzelt und ab an den Schreibtisch, das Päckchen will ausgepackt werden. Gespannte Erwartung, trotz und wegen dieser ungewöhnlichen Preisklasse!

Keine äußere Beschädigungen, das ist schon mal der 1. Schritt. Vorsicht die Verklebung des kleinen Versandkartons aufgeritzt.

Paket-1 - aufgeschnittenPaket-2 - FuellmaterialPaket-3 - what is in the boxPaket-4 - Karton geschlossen

Gut geschützt durch reichlich geknülltes Packpapier das nahezu winzige Päckchen mit dem Fernglas.

Paket-5 - Karton offenPaket-6  - Karton InhaltTasche mit TragriemenTasche mit Inhalt

Neben einer Schutztasche aus Kunstleder liegt ein recht ordendlicher Neopren-Tragriemen (beachtlich bei diesem Leichtgewicht von gerade einmal 300g) ein Optikputztuch, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung und ein Prüfbescheinigung (in Deutscher Sprache!). In der Tasche selber dann das “gute Stück”.

MINOX-BV 8x25 BRW - Rueckansicht

Auf den ersten Blick… garnicht schlecht für die paar Kröten ;-)

1. Eindruck:
Das macht spontan einen ganz passablen Eindruck… nicht zu leicht und auch die Gummiarmierung ist nahezu geruchfrei und ohne hässliche “Schweißnähte” an den Form-Trennflächen.

Armierung:

Die grüne Gummiarmierung ist weder klebrig noch rutschig. Eine leicht porige Oberfläche vermittelt den Eindruck, dass es hier keine Probleme geben wird. Um einen ganz leichten Kunststoffgeruch wahrnehmen zu können, muß man schon mit der Nase die Gummiarmierung berühren. Bedenkt man, dass das kleine Ding ja auch flammneu ist, kann man davon ausgehen, dass nach 1-2 Wochen keine Ausdünstung mehr zu bemerken sein wird.

Haptik/Handlage:

Das MINOX liegt sofort gut in der Hand… es verschwindet nahezu darin, selbt bei meinen kleinen Händen. Aber es sollte ja auch bewußt sehr kompakt sein, um es auch immer und überall dabei haben zu können. Gegenüber den winzgen “Kompaktgläsern” allerdings ist es schon deutlich “griffiger” und kann als echtes kleines Fernglas bezeichnet werden.

Die Griffmulden auf der Tubusrückseite sind zwar sehr nett, wären aber garnicht erforderlich gewesen, da man die Daumen fast auf der gegenüberliegenden Mulde ablegen kann. Allerdings hindern sie auch nicht.

Fokussiertrieb:
Die Fokusierung ist vollkommen spielfrei und läßt sich, dank der relativ gross dimensionierten Verstellwalze (ca. 22,5 mm Durchmesser) wunderbar ruckfrei und butterweich bedienen. Selbst wenn man das kleine Gläschen nur mit einer Hand hält, ist die Fokussierung mit Daumen und Zeigefinger der selben Hand ein reines Kinderspiel.

Fokussierrichtung:
Wie erwartet, bei Gläsern aus asiatischer Fertigung, so auch hier die “falsche” Richtung… also anders, als bei den Europäischen Top-Produkten, ist die Naheinstellung im Uhrzeigesinn erreichbar.
OK, bei dem Preis muß man kompromisse machen. Wird schon gehen und ist somit akzeptiert!

Naheinstellgrenze:
Die kürzeste Einstellentfernung liegt bei gemessenen 1,5 Metern. Allerdings ist das dann besser nur mit einem Auge zu machen, denn die beiden Rohre scheinen jetzt nicht mehr genau auf das Ziel ausgerichtet zu sein. Bis ca. 2,0 Meter bemerkt man dieses Problem allerdings nicht. Natürlich muß für diesen nahen Bereich die Knickbrücke etwas näher eingestellt werden, aber das ist ja auch bei TOP-Gläsern nicht anders!

Drehungen in Grad von Unendlich bis 2 Meter:
Insgesamt läßt sich die Verstellwalze zwischen den mechanischen Anschlägen um ca. 300 Grad drehen. Die Fokussierung ist somit sehr schnell. Für meine Verhältnisse “zu schnell”, denn man schießt damit auch flux mal “übers Ziel hinaus”. Allerdings habe ich mit meinem Swarovski EL 8×32 auch ein Glas, welches das extreme Gegenteil darstellt. Also muß man für eine abschließende Wertung doch ein paar Tage vergehen lassen und das kleine Glächen zwischnzeitig eifrig nutzen. Warten wir als noch ein paar Tage…

Nach 3 Tagen kann ich sagen, etwas mehr Feinheit (feinere Gewindesteigung) wäre mir pers. angenehmer , aber man kann – wenn man Einsatzfall  ud Preis bedenkt – damit leben.

Justierung des rechten Okulars:
Das ist etwas fummelig, was wohl an der “schnellen” Gewindesteigung liegt. Es ist keine  mechanische Rastung vorhanden, die Einstellung soll also auf Grund der vorhandenen Friktion in der gewählten Position verbleiben. Eine deutlich sichtbare Einkerbung in der Armierung zeigt, ob das auf lange Zeit auch so bleibt. Da ich aber grundsätzlich mit Brille beobachte, ist dieser Faktor für mich vollkommen unerheblich.

Augenmuscheln:
Drehsaugenmuscheln mit 2 Zwischenrasten, die aber so schlapp rasten, dass ich froh bin, dass die voll eingeschraubte Position für mich ideal ist. Jeder, der ohne Brille beobachtet, wird zur O-Ring Lösung greifen müssen, um ein Verstellen beim Visieren sicher zu verhindern.

MINOX - BV 8x25 BRW - Frontansicht - Okularmuschel - 1-1 MINOX - BV 8x25 BRW - Okularmuscheln-Verstellweg - 3-2

Augenmuschel “voll eingedreht” und “in gerasteter Zwischenlage”. Maximal ist der doppelte Weg möglich!

Brillenträgertauglichkeit:
Um den bestmöglichen Einblick zu erhalten, muß ich die Augemuscheln komplett einschrauben. Je nach Korrekturfaktor und Ausührung der verwendeten Brille könnte es knapp werden, für mich passt es allerdings ideal. Das Glas hat einen erstaunlich guten Einblick, natürlich ist bei 8×25 und ca. 3,1 mm Austrittspupille genaues Einstellen des Augenabstandes erforderlich, insbesonder, wenn gute Lichtverhältnisse schon winterlich früh zu schwinden beginnen. Hat man das aber erledigt, kann man nicht klagen.

Knickbrücke und Verstellungskraft:
Die erforderlichen Verstellkräfte sind gering, aber nicht zu knapp um ein schnelles, unbeabsichtigtes Verstellen zu verhindern. Die Bewegung läuft satt und nicht ruckelig. Das habe ich schon viel schlechter erlebt und das bei erheblich teureren Fabrikaten!

Wackelneigung:
Wegen des leichten Gewichtes von 300Gramm kann man keine “Massenstabilisierung” erwarten… trotzdem liegt das kleine MINOX ruhiger, als z.B. die meisten echten Taschengläser der 8×20er oder 10×25er Klasse. Da machen 80-100 Gramm Mehrgewicht doch schon etwas aus. Auch die mechanisch größere Bauform hilft, das Glas “überhaupt irgendwo” zu packen und ruhig zu beobachten.
Spontan schießt mir durch den Kopf… 500-600Gramm ist wohl tatsächlich die perfekte Lösung… aber um die geht es HIER ja nicht!

Tasche:
Kunstledertasche mit Schnapp-Verschluss, ohne separaten Tragriemen, aber mit Gürtelschlaufe. Das ist nicht schlecht, da man sich die Tragweise den Erfordernissen entsprechend aussuchen kann. Die Verarbeitung ist so “elastisch”, dass man die nicht benötigte Tasche auch flach zusammengedrückt leicht in Anorak- oder Fahrrad-Packtasche verschwinden lassen kann.

Tragriemen:
Nylonriemen mit Neoprenelement im Nackenbereich, wegen des geringen Gewichtes zwar nicht erfordelich. Nach einer Stunde dann aber die Feststellung… auch ein Leichgewicht von 300g wird mit der Zeit wesentlich tragbarer, je breiter und weicher der Tragriemen ist. Stabile Ösen am Glas sorgen für eine sichere Riemenbefestigung. Zwar ist alles etwas kleiner ausgeführt als bei den dicken Boliden, aber es passt alles sehr gut zueinander. Wegen der kurzen Baulänge neigt das Glas bei eingestelltem Augenabstand zum “Schiefhängen”, durch das geringe Gewicht von 300 Gramm führt das allerdings nicht dazu, dass einem nach wenigen Minuten das Frühstück hochkommt.

Okularschutz/Objektivschutz:
Nicht vorhanden… Na ja, bei dem Preis sieht man darüber hinweg und ist “sowieso etwas großzügiger”, denke ich.

Helligkeit:
Wird noch nachgereicht… Warten wir das Wochenende ab!

Randschärfe und Kontrast:
Am Sonntag war endlich auch mal Sonnenschein, deshalb also jetzt die Feststellung: Das Minox ist kein Nachtglas, was es auch nicht sein will oder kann. Trotzdem ist bei bedektem Himmel und Tagesbeobachtung die Beobachtung sehr passabel möglich, Die Farben sind weder extrem blass noch fehlt es an Erkennbarkeit. Scheint aber die Sonne, dann ist das kleine MINOX in seinem Element. Sehr ordendliche Farbwiedergabe und auch die Mittenschärfe ist nicht übel. Natürlich muß man in Durchmesserbereichen ab ca. 60% dann Abstriche machen… zum Rand hin wird es dann ungemütlich. Wer aber das Ziel immer im Zentrum des Glases hält, kann ganz zufrieden sein.
Die 119m/1000m Gesichtsfeld sind ebenfalls nicht zu übel, wenn man den Schärfenabfall am Rande akzeptiert.

Kontouren:
Wird noch nachgereicht… Warten wir das kommende Wochenende ab!

Der Versuch einer (subjektiven) Schlußbewertung

Um es gleich vorwegzunehmen, dieses kleine Glas kann meinem “grossen” EL 8×32 WB natürlich nicht das Wasser reichen, aber das war ja weder zu erwarten, noch erhofft, wenn man den Preisfaktor von 1/15 berücksichtigt.
Die Wertung muß also immer unter Berücksichtigung dieses Preisunterschieds gesehen werden.

Vergleich zum kleinen Leica Trinovid 8×20 BL:
Wird noch nachgereicht… Warten wir das kommende Wochenende ab!

Leica-Trinovid - MINOX - BV 8x25 BRW - Frontseite Leica-Trinovid - MINOX - BV 8x25 BRW - Objektivseite

Der Größenunterschied zumindest ist schon einmal gut merkbar…Wem es auf absolut filigranes Packmaß ankommt, der wird wohl auf die schlanken Kleinen aus bestem Hause zurückgreifen müssen… vorausgesetzt, der notwendige Mehrpreis kann dafür locker gemacht werden und wird nicht anderweitig sinnvoller benötigt.

Leica-Trinovid - Objektivbeschichtung MINOX - BV 8x25 BRW - Objektivbeschichtung

Wenn mir auch die Farbe eigentlich egal sein kann, sieht man aber, daß sich beim MINOX so Einiges getan hat. Die blaue Beschichtung der 80er Jahre ist einem grünorange Farbenspiel gewichen, welches auch beim Swarowski zu finden ist… ob daraus aber auf “identische” Qualität geschlossen werden kann, bezweifle ich einfach mal.

Vergleich zum Swarovski EL 8×32 WB:
Soll ich das tatsächlich machen… ich glaube das wäre unfair, oder? Ich lasse das also einfach weg!

Das (subjektive) Preis/Leistungsverhältnis und der Gebrauchswert
Wird noch nachgereicht… Warten wir das kommende Wochenende ab!

EL 8,5×42 SWAROVISION – Endlich vollen Durchblick!

Obwohl noch angeschlagen durch einen kleinen Krankenhausaufenthalt, konnte ich meine Ungeduld nicht zügeln, als in Bonn bei der Firma Jülich die Präsentation der großen Fernglasmarken anstand. Lange schon hatte ich mir die Tage im Kalender vorgemerkt, wie hätte ich sie da ungenutzt vergehen lassen können?
Also, Zähne zusammen gebissen und ab auf die Autobahn… irgendwie ging es dann auch und ich stand im Ladenlokal, ein immer freundlicher Herr Jülich zeigte mir bereitwillig alles, was jedem Fernglasfan das Herz höher schlagen läßt.

Der erste Eindruck

Natürlich war das SWAROVISION der Hauptgrund meiner Aktion, denn nach 1 1/2 Jahren des Wartens und Hoffens sollte es jetzt endlich soweit sein. “Das Glas, welches künftig die Richtung weisen soll”, zumindest wenn man der Werbung und den vielen Blog-Veröffentlichungen der vergangenen Monate anderer Fernglasfeaks glauben schenken will. Hohe Erwartungen also… ich war sehr gespannt!

Herr Jülich baute also ein Quartett an 8×42 bzw. 8,5×42 vor mir auf… meine Hände begannen zu zittern und das lag nicht an meiner unzureichend auskurierten Krankheit… die war vollkommen vergessen.

EL 42 - SWAROVISION 42 - Frontansicht

Das neue SWAROVISION ist schlank, deutlich eleganter von der Formgebung als sein Vorgänger, fast zierlich wirkt es. Die geschwungene Außenform hat man verlassen und eine reiner Kegelform ohne den angesetzten Bogen im Bereich der Okulare.

Ein wenig gespart hat man auch an der Höhe, nicht viel, aber man merkt es deutlich. Wieso der schräge Schnitt der Armierung an der Okularseite, ist mir nicht erklärlich. Da muß ein Designer seine Finger im Spiel gehabt haben, Sinn macht es für mich aber nicht… es sieht einfach “schief” aus! Ob man damit die 800 Gramm Grenze unterbieten wollte? Mhhh? Für mich und meiner Idee, einer “Okularmuschel-Justierung per O-Ring” kommt es jedenfalls NICHT entgegen. Die aber ist erforderlich, denn es fehlt leider die erforderliche Zwischenraste bei den ausdrehbaren Augenmuscheln (AM). Ein Problem, denn erstens drehen die sehr leicht und ohne großen Widestand und zweitens wurde der AP-Abstand auf 20mm vergrößert, wodurch auch Brillenträger die AMs einige Millimeter Herausdrehen müssen, um den perfekten Einblick ohne Abschattungen zu erzielen.

EL 42 - SWAROVISION 42 - Rueckansicht

Im Bereich des geteilten Brücke hat man die Gummiarmierung über das Rahmenmetall gelegt. Nicht schlecht, denn im Winter bekommt man nun nicht mehr so schnell kalte Finger, wenn man die Handschuhe aus läßt.

Die sichtbare Metallkontour ist mehr elliptisch ausgeführt, was dem Glas ein wenig Schwung verleiht und ein Gegenpart zur nun gradlinigeren Rohrkonstruktion darstellt.

Bei der mechanichen Umsetzung der Knickbrücke hat man ebenfalls im Sinne einer Gewichtseinspaarung geschwungene Übergänge gewählt, was dem Glas zusätzliche “Leichtigkeit” verleiht… zumindest hat man den Eindruck, bis man es in die Hand nimmt. Gewogen habe ich es nicht, aber der Gewichtsunterschied ist “gefühlt” nicht vorhanden. Verständlich, wenn man sich das Schnittbild vergegenwärtigt, da ist ja auch so Einiges MEHR drin in den Tuben des SWAROVISION.

Das Gummimaterial der Armierung entspricht dem des alten EL, also ein absolutes PLUS. Ich empfinde diesen Werkstoff als perfekt für die Einsatzzwecke! Weder zu kleberig noch zu rutschig, so ist es für mich ideal.

Der visuelle Versuch

Nun der Gang an die frische Luft mit Herrn Jülich und den Swarovski-Brüdern. Ein erster Blick. Vorsorglich hatte Herr J. die Augenmuschen schon 3-4 mm herausgedreht, so daß es sofort passte. Keine Probleme beim Einblick. Ein helles Bild und saubere Farben, wie erwartet, aber… KEIN WOW EFFEKT kommt auf!

Doch da was ist das? Das Bild zittert! Ist es die Aufregung oder meine notdürftig überstandene Krankheit?
Noch einmal konzentriert angesetzt in Richtung Rhein… scharfgestellt… sehr schön scharf, wirklich!

Doch sofort wieder leichtes Zittern! So ein MIST! Das kenne ich von meinem EL 8×32 überhaupt nicht! Was ist bloß los?
Ich ändere die Haltung der linken Hand in Richtung Objektiv. Jetzt steht das Bild ruhig. Richtungswechsel die Strasse hinauf, weg vom Rhein. Dumm, jetzt komme ich mit meinen kleinen Händen nicht mehr so gut an das Justierrad. ich muss umgreifen und… ZITTERN!

Herr J. reicht mir das “alte” EL. Ich kann seinen Gesichtsausdruck nicht interpretieren, er meinen wohl schon.
Das EL sitzt sofort. Keinerlei Zittern. Ein “Bombeneinblick”, ohne Herausschrauben der Augenmuscheln absolut ideal. Das Fokussieren klappt perfekt :-)

Noch einmal das SWAROVISON genommen und jetzt… wieder Zittern :-( (

Da stimmt was mit dem Schwerpunkt nicht! Herr J. bestätigt, daß sich der nach vorne verschoben hat, auf Grund der geänderten Innenkonstruktion. Ich balanciere es aus und schätze einen gut 2 Finger breiten Unterschied zwischen beiden Versionen. Das gefällt mir nicht besonders!

Wie sieht es nun aber mit der Schärfe aus? Die Betrachtungsmöglichkeiten vor dem Ladenlokal sind zwar nicht ideal, aber auf den 2. Blick zeigt sich dann schon eine deutlich merkbare Verbesserung der Randschärfe des SWAROVISION gegenüber seinem älteren EL Bruder. Wer das auf Grund seiner Beobachtungsweise braucht wird sich feuen, ca. 95 % des Sichtfeldes sind scharf, wenn man die gegenüberliegende Hauswand anpeilt… beachtlich und in der Qualität bisher noch nicht erlebt!

Aber wie sieht es mit dem “Globuseffekt” aus, der muß ja in Folge vorhanden sein? Ja, er ist da, wie sollte er auch nicht? Aber er hält sich in Grenzen und man muß keine Tüte parat halten, nur weil man mal einen schnell vorbeifliegenden Vogel verfolgt. Das würde ich durchaus akzeptieren und könnte damit leben. Wenn nur dieses Zittern nicht wäre!

Ein Quervergleich mit einem Zeiss Victory 8×42 und einem Leica Ultravid 8×42 bestätigte meine Meinung… bei keinem Glas neige ICH so sehr zum Zittern, wie bei dem neuen SWAROVISION. Etwa so, als hätte ich ein 10×42 in der Hand. Das geht so nicht!

Nach wie vor scheint für mich das Zeiss die größte Helligkeit zu besitzen, das Leica den schönsten Kontrast.
Da hat sich also beim SWAROVISION wohl nicht so viel getan. Auf Farbkontouren konnte ich nicht kotrollieren… man müßte den Schatz mal für ein paar Tage Testen können…

Wirklich merkbar ist allerdings die tolle Randschärfe des SWAROVISON, da setzt es wirklich Massstäbe, bei – für mich – vernachlässigbarem “Globuseffekt”.

Der Versuch einer Analyse meines Problems mit dem SWAROVISION

So langsam beginne ich zu frösteln, nein, nicht wegen des unerwarteten Verlaufs meines “Tests”, es ist einfach zu schattig auf der Straße. Also ab ins Ladenlokal und die Dinge analysiert. Ein weiterer Hinweis auf eine “nach vorne” verschobenen Gesamtschwerpunkt finde ich auf der Rückseite des SWAROVISION.
Vergleicht man die Form der Daumenmulden, erkennt man deutlich, das der Konstrukteur schon die Haltung des Glases anders vorgibt, als beim EL. Die Mulden haben einen ausgeprägten Verlauf in Richtung Längsachse, was nur dann ideal passt, wenn man das Glas mit der Hand deutlich weiter vorne umfasst. Dann liegen die Daumen in den Mulden und das Glas liegt “stabiler”… nur ist dann für mich leider das Fokussierrad nicht mehr ohne Probleme zu bedienen… und das empfinde ich als gravierenden Nachteil denn wer bewegliche Ziele anvisiert und verfolgt, der ist pausenlos “am Fiedeln”.

EL 42 - SWAROVISION 42 - EL 32 - Frontansicht

Die schlanker wirkende Neukonstruktion hatte mich im Vorfeld hoffen lassen, daß bei meinem Augenabstand am Ende soviel mehr an Raum vorhanden wäre, um den Fingern genügend Platz zum “Rundumgriff” zu lassen, das war aber nicht so. Verglichen mit meinem EL 8×32 wird schnell deutlich, daß der theoretische Vorteil der geteilten Brücke bei den grossen Büdern durch den merklich größeren Rohrdurchmesser leider nicht vorhanden ist. Kann man beim 32er ganz bequem sogar mit behandschuhten Händen zugreifen, wird es sowohl beim EL als auch beim SWAROVISION selbst im Sommer sehr knapp. Die etwas bauchigere Außenform des EL kommt mir dabei – zur eigenen Überraschung – sogar mehr entgegen als die konische Ausformung des SWAROVISION.

Grundsätzlich ist das SWAROVISION natürlich auf allerhöchstem Niveau, so daß ich mir jedes Wort darüber sparen kann. Trotzdem oder gerade deswegen kann ich meine pers. Enttäuschung nicht verbergen. Waren meine Erwartungen zu hoch? Bei einem Preis, der sicherlich über 2000 Euro liegen wird, darf man schon höchste Erwartungen haben, denke ich.
Ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, daß es sich schon um ein sehr exquisites Glas handelt von allerhöchstem technischen und optischen Niveau… nur für MEINE Hände passt es nicht so auf Anhieb, wie ich es gerne hätte. Jeder sollte das NEUE unbedingt in die eigene Hand nehmen und testen, wie er klar kommt. Ich bin sicher, das Problem liegt weitestgehend bei mir ;-)

Persönlich ärgere ich mich nun “kriminell”, nicht doch vor 3 Monaten das “60 Jahre Jubiläumsangebot” von Swaroski angenommen zu habe. Denn das “alte EL” braucht sich keinesfalls gegenüber seinem jüngeren Bruder SWAROVISION zu verstecken. Da passte für “meine Hände und Augen” einfach alles bestens zusammen. Nun grüble ich darüber nach, ob ich noch versuchen soll, so ein “altes EL” zu ergattern… denn noch sind welche am Markt, weiß der Teufel, wie lange noch!?

Wer also in 2009 noch ein EL erstanden hat, kann sich beruhigt zurücklehnen… das gute Stück wird auch weiterhin zur Elite der Binowelt gehören, davon bin ich jetzt überzeugt! Auch wenn das SWAROVISION in Hinblick auf die Randschärfe neue Maßstäbe gesetzt hat. Ein Fernglas ist eben mehr als reine Optik…

Weitere Vergleiche… weil die Gläser in Bonn einfach so “rumstanden”…

Die Firma Jülich Bonn hat außer dem sehr kompetenten Fachmann im Geschäft noch den unschlagbaren Vorteil, die europäischen Spitzenmarken unter einem Dach zu versammeln. Klar, daß ich auch mal einen Größenvergleich mit der Konkurrenz fürs “Familienalbum” festgehalten habe. Da mir der tolle Kontrast des Ultravid besonders ins Auge gestochen hatte, wurde gleich das 42er Leica Modell genommen.

EL 42 - Ultravid 42 - SWAROVISION 42 - Frontansicht

Schon erstaunlich, wieviel kompakter die Konstrukteure aus Wetzlar ihr Baby hinbekommen haben.

Aber auch verblüffend, wenn mal dem Ultravid 8×42 einmal das EL 8×32 gegenüberstellt. Nach dem Vergleich der reinen Katalogdaten hätte ich nie gedacht, das die beiden unterschiedlichen Ferngläser auf den ersten Blick fast gleich groß erscheinen!

EL 32 - ULTRAVID 42 - Frontansicht

Schwarz macht schlank“, war der spontane Kommentar der “geduldigsten Ehefrau von Allen” und so ganz Unrecht hat sie nicht, oder? Meine ursprügliche Abneigung gegen das Leica-Glas wegen des ehemals fürchterlichen Fokussiertriebs der Vorversion kann ich übrigens zum großen Teil revidieren. Die HD version ist schon deutlich besser gelungen, wenn auch längst nicht so butterweich wie bei meinem “uralten” Trinovid.

Vielleicht jetzt ein ernstzunehmender Konkurrent zum SWARO, zumal es mir sofort gut in der Hand liegt?

Ein Tag später und ohne jede “Aufregung” über meine sponntane Enttäuschung

24 Stunden sind vergangen, mein “Ärger” über das Ergebnis meiner Fahrt nach Bonn sind verflogen und beim Lesen meiner Notitzen bekam ich einen Schrecken. War das Glas wirklich so schlecht?

NEIN, im Gegenteil! Formal ist es nun weniger plump, als sein Vorgänger, es wirkt fast zierlich durch die schlanke Kegelkalottenform der beiden Tuben. Die äußere Schlankheitskur konnte den größeren Glasanteil im Inneren kompensieren, sodaß die 800 Gramm Marke beibehalten werden konnte.

In Helligkeit und der Kontrast kann das SWAROVISION seine Konkurrenten immer noch nicht schlagen, diese Features sind allerdings nur um winzige %-Werte geringer als bei den Mitbewerbern.

Bei der Randschärfe aber, da ist es merkbar besser als der Rest des Marktes. In Folge handelt man sich zwar einen leichten Globuseffekt ein, was aber je nach Art der Beobachtung ggf. garnicht ins Gewicht fällt. Ornithologen mögen bei schnellen Schwenks die Sache anders beurteilen, mich würde es nicht besonders stören.

Das Einblickverhalten hat zwar geringfügig genüber dem Vorgänger glitten, ist aber immer noch als sehr gut zu bezeichnen.

Zusammenfassend kann ich also sagen:

Sollte mir der Weihnachtsmann dieses Jahr so einen grünweißen Karton unter den Weihnachtsbaum legen mit dem Aufdruck EL 8,5×42 SWAROVISIONich könnte mich schon daran gewöhnen… Die bisher übliche Handhaltung beim Fernsehen müßte ich allerdings vollkommen ändern, aber wir würden uns schon befreunden … mit der Zeit. Sollte es aber ein “altes” EL 8,5×42 werden, so würde ich auch keine Trauer aufkommen lassen, denn das ALTE ist nicht so wesentlich schlechter als sein jüngerer, schlanker Bruder.

Warten wir also mal ab, was der alte Mann mit dem weißen Bart dieses Jahr in seinen roten Schlitten gepackt hat… wenn er überhaupt in 2009 etwas für den guten pepe dabei hat!

Und sollte er tatsächlich nur Socken und Obehemden abladen… ja dann haben die Absamer Konstrukteure ja reichlich Zeit, sich zu ein paar “kleinen Unsauberkeiten” noch weitere Gedanken zu machen und an der technischen Umsetzung im Detail zu feilen. Ich bin sicher, sie grübeln schon jetzt darüber nach!

Swarovski EL 8×32 & EL 8,5×42 – Ein Größenvergleich

EL42-EL32-Okularseite-DSC06663_2_2Beim Warten auf das “Erscheinen” des schon länger angekündigten SWAROVISION habe ich noch einmal in meine fotografischen Aufzeichnungen gekramt um mir die Frage zu beantworten, welche Vorteile ein 42er Fernglas gegenüber meinen momentanen “Liebling” Swarovski EL 8×32 WB denn nun wirklich haben könnte.

Schon vor mehr als einem Jahr hatte ich mich bereits für eine Neuanschaffung interessiert und die Gelegenheit ergriffen, zwei Modelle von Swarovski im Vergleich mit meinem vorhandenen Trinovid 8×32 B für ein paar Stunden auzuleihen, ins frei Gelände zu fahren und dort einen kleinen Test anzustellen.

Natürlich fing es zeitgleich mit dem “Auspacken”  der Gläser zu regnen an und da ich bei Leihgeräten die selbe pingelige Sorgsamkeit an den Tag lege wie bei eigenen Dingen, habe ich mich während des Schauers lieber ins Auto gesetzt und ein paar “dokumentarische” Vergleichs-Fotos geschossen.

Trinovid8x32-EL8x32-EL85x42-liegend-DSC06652_2

EL42-EL32-Trinovid32-stehend-DSC06655_2

Neben den beiden ELs kommt einem das alte Trinovid nahezu winzig aus. Kein Wunder, daß ich mich entschieden habe, das gute Stück niemals abzugeben, denn mit seiner dezenten schwarzen Belederung wird es uns sicher noch einige Jährchen “unauffällig” zu diversen Veranstaltungen  begleiten, bei denen fehlende Wasserdichtigkeit kein Problem darstellt. Die desolaten Augenmuscheln wurde übrigens nach den Fotos – dank eines erstklassig funktionierenden Leica-Kundendienstes – ausgewechselt, so daß der Oldy “fast neu” aussieht.

Da muß man gar kein Millimeterfuchser sein, um die Unterschiede zu erkennen. Während das alte Trinovid mit den ca. 480 Gramm Gewicht nahezu “filigran” wirkt, ist das EL 8×32 mit 610 Gramm bereits ein “beachtliches Gerät” … das EL 8,5×42 dagegen ist schon eine “echte Hantel”, was bei immerhin 820 Gramm kaum wundert.

Man muß sich bereits in diesem Moment die Frage stellen: “Will ich so einen Klotz mit mir herum schleppen”?

Oder besser: “Muß ich wirklich das 42er Ausführung wählen, um meine Aufgabenstellung erfüllens zu können?”

Der Leser meines Blogs wird mittlerweile wissen, das ich mich später für das kleinere EL 8×32 entschieden habe, denn es ging  ja gezielt um ein “Universalgas für Beobachtung bei Tageslicht zum immer dabei haben”.

Die Erfahrung mit “optischem Gerät” der vergangenen Jahre hatte eindeutig gezeigt, daß man sich (ich mich) ungerne mit Ballast abschleppt, wenn man garnicht weiß, ob sich die Plagerei überhaupt lohnen wird bei einem Spaziergang oder Tagesausflug ohne ornithologischen Hintergedanken. Das deutlich “kompaktere” Leica Ultravid 8×32 kam wegen der recht “unsauber” arbeitenden Dioptrienverstellung und des knappen AP-Abstandes für mich nicht in Frage.

EL42-EL32-Front-DSC06659_2_2 EL42-EL32-Back-DSC06669_2

Natürlich war das EL 8,5×42 gegenüber seinem kleinen Bruder in einigen Fällen deutlich überlegen. So war das Einblickverhalten gravierend besser. Nicht nur der größer Austrittspupillen-Durchmesser machte es einfacher, den passenden Durchblick zu bekommen, kleine Unachtsamkeiten werden einfach besser überspielt. Ich hatte das Gefühl, näher am/im Glas zu sein, was wohl an dem größeren AP-Abstand zu verdanken ist. Im Wald dann, unter einem dichten Laubdach und entsprechend wenig Licht, ist das 42er Glas unbestritten Sieger, wenn es darum geht, durch die Objektive möglichst viel Licht “einzusammeln”. Die um ca. 70% größere Öffnung bringen dann natürlich so Einiges an Feinheiten , die man mit dem 32er nur noch erahnen aber nicht mehr auflösen kann.

Auf der Minusseite lagen aber neben größerer Abmessung und Gewicht die (für meine Hände) weniger passende Haptik. Wenn ich, wie auf allen Fotos vorgenommen, den richtigen Augenabstand eingestellt hatte, dann war der Vorteil der offenen Knickbrücke bei “meinem” EL 8×32 deutlicher merkbar als bei der 42er Variante. Durch den größeren Tubusdurchmesser des EL 42 wird es eben zwangsläufig etwas enger zwischen beiden Rohren. Wer allerdings über grosse Hände verfügt, mag wiederum Probleme mit zu geringem Abstand zwischen den Knickbrückenhälften des EL32 haben… man muß das einfach selber testen.

Auch gefielen mir die etwas sanfteren Übergänge der Daumenmulden besser… aber dieser Aspekt mag wohl eher philosophischer Natur sein. Ich empfinde das kleine EL 8×32 jedenfalls als perfekten “Handschmeichler” mit höchstem optischen Potential. Ideal für Beobachtungen bei guten bis mittleren Lichtverhältnissen .

EL42-EL32-Okularseite-DSC06663_2_2

Betrachtet man sich beide ELs einmal von der Frontseite, wird einem schnell klar, bei soviel Glaseinsatz müssen die Gläser ein paar Gramm mehr auf die Waage bringen, als man sich idealerweise wünschen würde.

Vergleicht man dann die schlanker wirkende Form der neuen SWAROVISION (vollkommen virtuell, anhand der Fotos aus dem Internet) gegen die EL Serie, könnte ich mir schon vorstellen, daß man in Absam nicht nur an der Optik reichlich gefeilt hat, sondern auch an der Haptik einiges getan hat, um auch dort einigen Boden gut zu machen.

Auf jeden Fall bleibt es spannend und ich werde die früheste Möglichkeit nutzen, mir die SWAROVISION einmal aus der Nähe anzusehen… durchzusehen… und insbesondere das Handling kritisch zu begutachten.
Denn bei so einem Preis MUSS einfach ALLES passen, oder?

EL 42 SWAROVISION – Nun kommen sie endlich

Geglaubt habe ich nicht daran, aber jetzt ist es doch bald soweit, das SWAROVISION kommt im Januar 2010.

Swarovski EL 8,5×42 SWAROVISION – copyright by swarovskioptik.atIch hätte keinen Pfifferling darauf gewettet, nach dem merkwürdigen Verhalten des Herstellers im vergangenen Jahr. Nach riesigem Werbeaufwand in 2008 waren die neuen Modelle zunächst auf einigen Messen gesichtet und vom kritischen Fachpublikum für ausserordendlich gut befunden worden, dann aber waren sie wie von Zauberhand wieder vom Markt verschwunden. Grosse Aufregung in allen nationalen und internatioalen Fernglasforen, absolut verständlich.
Aber keine wirkliche glaubwürdige Aussage über den Grund dafür von Swarovski selber.

Das recht fadenscheinige Argument, man müsse an der technischen Umsetzung noch arbeiten um in der Serie eine ausreichende Wiederholgenauigkeit garantieren zu können, halte ich für “mittelmäßig gut erfunden”.

Zusammen mit der Tatsache, das Nikon seine zeitgleich beworbene EDG-Serie lediglich in USA auf den Markt gebracht hat und innerhalb Europas nicht einmal der Schatten eines EDG auftaucht ist, läßt mich stark vermuten, daß man zwischen den beiden Firmen einige patentrechliche Probleme hatte, die man auf dem kleinem Dienstweg zu lösen gedachte. Allein der mechanische Aufbau der EDG mit der offenen Brücke und der typisch “alpinen” Art der Innenfokussierung mit integriertem Dioptrienausgleich läßt mich nicht zweifeln.

“Ihr verkauft die bereits fertiggesstellten Modelle der EDG Serie nicht in Europa, und wir ziehen unsere neuen SWAROVISION noch ein Jahr zurück, abgemacht.”

Gesichtsverlust wird so vermieden, die Fans beider Marken werden schon geduldig warten… eine elegante Sache.
So hätte ich’s wohl auch gemacht!

Nun aber soll es ab Januar 2010 soweit sein und die “Supergläser” kommen endlich auf den Markt.

Wenn ich mir vorstelle, in wie vielen Haushalten nun die Ehemänner um Argumente ringen, wieso das “alte Glas” doch einige “unschöne” Mängel aufweist und man deshalb bereits in wenigen Wochen einen nicht unerheblichen Geldbetrag für das neue Fernglas aus der Haushaltskasse dringend benötigt… muss ich einfach schmunzeln.

Wieso?

Auch ich habe mir eine virtuelle Liste bereitgelegt, auf der Punkte zusammengetragen werden, um die Freigabe des Geldbetrages für so ein schnuckeliges SWAROVISION noch vor den Weihnachtstagen zu beantragen.

Also Männer, viel Glück dabei ;-)

PS

Um die langen Wochen bis zum Erscheinen des neuen Glases leidlich zu überbrücken, hier noch eine Adresse zum gelegentlichen Nachschlagen : Das SWAROVISION zum “Nachlesen und Träumen”…

Swarovski EL 8,5x42 SWAROVISION