EL 8,5×42 SWAROVISION – Endlich vollen Durchblick!

Obwohl noch angeschlagen durch einen kleinen Krankenhausaufenthalt, konnte ich meine Ungeduld nicht zügeln, als in Bonn bei der Firma Jülich die Präsentation der großen Fernglasmarken anstand. Lange schon hatte ich mir die Tage im Kalender vorgemerkt, wie hätte ich sie da ungenutzt vergehen lassen können?
Also, Zähne zusammen gebissen und ab auf die Autobahn… irgendwie ging es dann auch und ich stand im Ladenlokal, ein immer freundlicher Herr Jülich zeigte mir bereitwillig alles, was jedem Fernglasfan das Herz höher schlagen läßt.

Der erste Eindruck

Natürlich war das SWAROVISION der Hauptgrund meiner Aktion, denn nach 1 1/2 Jahren des Wartens und Hoffens sollte es jetzt endlich soweit sein. “Das Glas, welches künftig die Richtung weisen soll”, zumindest wenn man der Werbung und den vielen Blog-Veröffentlichungen der vergangenen Monate anderer Fernglasfeaks glauben schenken will. Hohe Erwartungen also… ich war sehr gespannt!

Herr Jülich baute also ein Quartett an 8×42 bzw. 8,5×42 vor mir auf… meine Hände begannen zu zittern und das lag nicht an meiner unzureichend auskurierten Krankheit… die war vollkommen vergessen.

EL 42 - SWAROVISION 42 - Frontansicht

Das neue SWAROVISION ist schlank, deutlich eleganter von der Formgebung als sein Vorgänger, fast zierlich wirkt es. Die geschwungene Außenform hat man verlassen und eine reiner Kegelform ohne den angesetzten Bogen im Bereich der Okulare.

Ein wenig gespart hat man auch an der Höhe, nicht viel, aber man merkt es deutlich. Wieso der schräge Schnitt der Armierung an der Okularseite, ist mir nicht erklärlich. Da muß ein Designer seine Finger im Spiel gehabt haben, Sinn macht es für mich aber nicht… es sieht einfach “schief” aus! Ob man damit die 800 Gramm Grenze unterbieten wollte? Mhhh? Für mich und meiner Idee, einer “Okularmuschel-Justierung per O-Ring” kommt es jedenfalls NICHT entgegen. Die aber ist erforderlich, denn es fehlt leider die erforderliche Zwischenraste bei den ausdrehbaren Augenmuscheln (AM). Ein Problem, denn erstens drehen die sehr leicht und ohne großen Widestand und zweitens wurde der AP-Abstand auf 20mm vergrößert, wodurch auch Brillenträger die AMs einige Millimeter Herausdrehen müssen, um den perfekten Einblick ohne Abschattungen zu erzielen.

EL 42 - SWAROVISION 42 - Rueckansicht

Im Bereich des geteilten Brücke hat man die Gummiarmierung über das Rahmenmetall gelegt. Nicht schlecht, denn im Winter bekommt man nun nicht mehr so schnell kalte Finger, wenn man die Handschuhe aus läßt.

Die sichtbare Metallkontour ist mehr elliptisch ausgeführt, was dem Glas ein wenig Schwung verleiht und ein Gegenpart zur nun gradlinigeren Rohrkonstruktion darstellt.

Bei der mechanichen Umsetzung der Knickbrücke hat man ebenfalls im Sinne einer Gewichtseinspaarung geschwungene Übergänge gewählt, was dem Glas zusätzliche “Leichtigkeit” verleiht… zumindest hat man den Eindruck, bis man es in die Hand nimmt. Gewogen habe ich es nicht, aber der Gewichtsunterschied ist “gefühlt” nicht vorhanden. Verständlich, wenn man sich das Schnittbild vergegenwärtigt, da ist ja auch so Einiges MEHR drin in den Tuben des SWAROVISION.

Das Gummimaterial der Armierung entspricht dem des alten EL, also ein absolutes PLUS. Ich empfinde diesen Werkstoff als perfekt für die Einsatzzwecke! Weder zu kleberig noch zu rutschig, so ist es für mich ideal.

Der visuelle Versuch

Nun der Gang an die frische Luft mit Herrn Jülich und den Swarovski-Brüdern. Ein erster Blick. Vorsorglich hatte Herr J. die Augenmuschen schon 3-4 mm herausgedreht, so daß es sofort passte. Keine Probleme beim Einblick. Ein helles Bild und saubere Farben, wie erwartet, aber… KEIN WOW EFFEKT kommt auf!

Doch da was ist das? Das Bild zittert! Ist es die Aufregung oder meine notdürftig überstandene Krankheit?
Noch einmal konzentriert angesetzt in Richtung Rhein… scharfgestellt… sehr schön scharf, wirklich!

Doch sofort wieder leichtes Zittern! So ein MIST! Das kenne ich von meinem EL 8×32 überhaupt nicht! Was ist bloß los?
Ich ändere die Haltung der linken Hand in Richtung Objektiv. Jetzt steht das Bild ruhig. Richtungswechsel die Strasse hinauf, weg vom Rhein. Dumm, jetzt komme ich mit meinen kleinen Händen nicht mehr so gut an das Justierrad. ich muss umgreifen und… ZITTERN!

Herr J. reicht mir das “alte” EL. Ich kann seinen Gesichtsausdruck nicht interpretieren, er meinen wohl schon.
Das EL sitzt sofort. Keinerlei Zittern. Ein “Bombeneinblick”, ohne Herausschrauben der Augenmuscheln absolut ideal. Das Fokussieren klappt perfekt :-)

Noch einmal das SWAROVISON genommen und jetzt… wieder Zittern :-( (

Da stimmt was mit dem Schwerpunkt nicht! Herr J. bestätigt, daß sich der nach vorne verschoben hat, auf Grund der geänderten Innenkonstruktion. Ich balanciere es aus und schätze einen gut 2 Finger breiten Unterschied zwischen beiden Versionen. Das gefällt mir nicht besonders!

Wie sieht es nun aber mit der Schärfe aus? Die Betrachtungsmöglichkeiten vor dem Ladenlokal sind zwar nicht ideal, aber auf den 2. Blick zeigt sich dann schon eine deutlich merkbare Verbesserung der Randschärfe des SWAROVISION gegenüber seinem älteren EL Bruder. Wer das auf Grund seiner Beobachtungsweise braucht wird sich feuen, ca. 95 % des Sichtfeldes sind scharf, wenn man die gegenüberliegende Hauswand anpeilt… beachtlich und in der Qualität bisher noch nicht erlebt!

Aber wie sieht es mit dem “Globuseffekt” aus, der muß ja in Folge vorhanden sein? Ja, er ist da, wie sollte er auch nicht? Aber er hält sich in Grenzen und man muß keine Tüte parat halten, nur weil man mal einen schnell vorbeifliegenden Vogel verfolgt. Das würde ich durchaus akzeptieren und könnte damit leben. Wenn nur dieses Zittern nicht wäre!

Ein Quervergleich mit einem Zeiss Victory 8×42 und einem Leica Ultravid 8×42 bestätigte meine Meinung… bei keinem Glas neige ICH so sehr zum Zittern, wie bei dem neuen SWAROVISION. Etwa so, als hätte ich ein 10×42 in der Hand. Das geht so nicht!

Nach wie vor scheint für mich das Zeiss die größte Helligkeit zu besitzen, das Leica den schönsten Kontrast.
Da hat sich also beim SWAROVISION wohl nicht so viel getan. Auf Farbkontouren konnte ich nicht kotrollieren… man müßte den Schatz mal für ein paar Tage Testen können…

Wirklich merkbar ist allerdings die tolle Randschärfe des SWAROVISON, da setzt es wirklich Massstäbe, bei – für mich – vernachlässigbarem “Globuseffekt”.

Der Versuch einer Analyse meines Problems mit dem SWAROVISION

So langsam beginne ich zu frösteln, nein, nicht wegen des unerwarteten Verlaufs meines “Tests”, es ist einfach zu schattig auf der Straße. Also ab ins Ladenlokal und die Dinge analysiert. Ein weiterer Hinweis auf eine “nach vorne” verschobenen Gesamtschwerpunkt finde ich auf der Rückseite des SWAROVISION.
Vergleicht man die Form der Daumenmulden, erkennt man deutlich, das der Konstrukteur schon die Haltung des Glases anders vorgibt, als beim EL. Die Mulden haben einen ausgeprägten Verlauf in Richtung Längsachse, was nur dann ideal passt, wenn man das Glas mit der Hand deutlich weiter vorne umfasst. Dann liegen die Daumen in den Mulden und das Glas liegt “stabiler”… nur ist dann für mich leider das Fokussierrad nicht mehr ohne Probleme zu bedienen… und das empfinde ich als gravierenden Nachteil denn wer bewegliche Ziele anvisiert und verfolgt, der ist pausenlos “am Fiedeln”.

EL 42 - SWAROVISION 42 - EL 32 - Frontansicht

Die schlanker wirkende Neukonstruktion hatte mich im Vorfeld hoffen lassen, daß bei meinem Augenabstand am Ende soviel mehr an Raum vorhanden wäre, um den Fingern genügend Platz zum “Rundumgriff” zu lassen, das war aber nicht so. Verglichen mit meinem EL 8×32 wird schnell deutlich, daß der theoretische Vorteil der geteilten Brücke bei den grossen Büdern durch den merklich größeren Rohrdurchmesser leider nicht vorhanden ist. Kann man beim 32er ganz bequem sogar mit behandschuhten Händen zugreifen, wird es sowohl beim EL als auch beim SWAROVISION selbst im Sommer sehr knapp. Die etwas bauchigere Außenform des EL kommt mir dabei – zur eigenen Überraschung – sogar mehr entgegen als die konische Ausformung des SWAROVISION.

Grundsätzlich ist das SWAROVISION natürlich auf allerhöchstem Niveau, so daß ich mir jedes Wort darüber sparen kann. Trotzdem oder gerade deswegen kann ich meine pers. Enttäuschung nicht verbergen. Waren meine Erwartungen zu hoch? Bei einem Preis, der sicherlich über 2000 Euro liegen wird, darf man schon höchste Erwartungen haben, denke ich.
Ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, daß es sich schon um ein sehr exquisites Glas handelt von allerhöchstem technischen und optischen Niveau… nur für MEINE Hände passt es nicht so auf Anhieb, wie ich es gerne hätte. Jeder sollte das NEUE unbedingt in die eigene Hand nehmen und testen, wie er klar kommt. Ich bin sicher, das Problem liegt weitestgehend bei mir ;-)

Persönlich ärgere ich mich nun “kriminell”, nicht doch vor 3 Monaten das “60 Jahre Jubiläumsangebot” von Swaroski angenommen zu habe. Denn das “alte EL” braucht sich keinesfalls gegenüber seinem jüngeren Bruder SWAROVISION zu verstecken. Da passte für “meine Hände und Augen” einfach alles bestens zusammen. Nun grüble ich darüber nach, ob ich noch versuchen soll, so ein “altes EL” zu ergattern… denn noch sind welche am Markt, weiß der Teufel, wie lange noch!?

Wer also in 2009 noch ein EL erstanden hat, kann sich beruhigt zurücklehnen… das gute Stück wird auch weiterhin zur Elite der Binowelt gehören, davon bin ich jetzt überzeugt! Auch wenn das SWAROVISION in Hinblick auf die Randschärfe neue Maßstäbe gesetzt hat. Ein Fernglas ist eben mehr als reine Optik…

Weitere Vergleiche… weil die Gläser in Bonn einfach so “rumstanden”…

Die Firma Jülich Bonn hat außer dem sehr kompetenten Fachmann im Geschäft noch den unschlagbaren Vorteil, die europäischen Spitzenmarken unter einem Dach zu versammeln. Klar, daß ich auch mal einen Größenvergleich mit der Konkurrenz fürs “Familienalbum” festgehalten habe. Da mir der tolle Kontrast des Ultravid besonders ins Auge gestochen hatte, wurde gleich das 42er Leica Modell genommen.

EL 42 - Ultravid 42 - SWAROVISION 42 - Frontansicht

Schon erstaunlich, wieviel kompakter die Konstrukteure aus Wetzlar ihr Baby hinbekommen haben.

Aber auch verblüffend, wenn mal dem Ultravid 8×42 einmal das EL 8×32 gegenüberstellt. Nach dem Vergleich der reinen Katalogdaten hätte ich nie gedacht, das die beiden unterschiedlichen Ferngläser auf den ersten Blick fast gleich groß erscheinen!

EL 32 - ULTRAVID 42 - Frontansicht

Schwarz macht schlank“, war der spontane Kommentar der “geduldigsten Ehefrau von Allen” und so ganz Unrecht hat sie nicht, oder? Meine ursprügliche Abneigung gegen das Leica-Glas wegen des ehemals fürchterlichen Fokussiertriebs der Vorversion kann ich übrigens zum großen Teil revidieren. Die HD version ist schon deutlich besser gelungen, wenn auch längst nicht so butterweich wie bei meinem “uralten” Trinovid.

Vielleicht jetzt ein ernstzunehmender Konkurrent zum SWARO, zumal es mir sofort gut in der Hand liegt?

Ein Tag später und ohne jede “Aufregung” über meine sponntane Enttäuschung

24 Stunden sind vergangen, mein “Ärger” über das Ergebnis meiner Fahrt nach Bonn sind verflogen und beim Lesen meiner Notitzen bekam ich einen Schrecken. War das Glas wirklich so schlecht?

NEIN, im Gegenteil! Formal ist es nun weniger plump, als sein Vorgänger, es wirkt fast zierlich durch die schlanke Kegelkalottenform der beiden Tuben. Die äußere Schlankheitskur konnte den größeren Glasanteil im Inneren kompensieren, sodaß die 800 Gramm Marke beibehalten werden konnte.

In Helligkeit und der Kontrast kann das SWAROVISION seine Konkurrenten immer noch nicht schlagen, diese Features sind allerdings nur um winzige %-Werte geringer als bei den Mitbewerbern.

Bei der Randschärfe aber, da ist es merkbar besser als der Rest des Marktes. In Folge handelt man sich zwar einen leichten Globuseffekt ein, was aber je nach Art der Beobachtung ggf. garnicht ins Gewicht fällt. Ornithologen mögen bei schnellen Schwenks die Sache anders beurteilen, mich würde es nicht besonders stören.

Das Einblickverhalten hat zwar geringfügig genüber dem Vorgänger glitten, ist aber immer noch als sehr gut zu bezeichnen.

Zusammenfassend kann ich also sagen:

Sollte mir der Weihnachtsmann dieses Jahr so einen grünweißen Karton unter den Weihnachtsbaum legen mit dem Aufdruck EL 8,5×42 SWAROVISIONich könnte mich schon daran gewöhnen… Die bisher übliche Handhaltung beim Fernsehen müßte ich allerdings vollkommen ändern, aber wir würden uns schon befreunden … mit der Zeit. Sollte es aber ein “altes” EL 8,5×42 werden, so würde ich auch keine Trauer aufkommen lassen, denn das ALTE ist nicht so wesentlich schlechter als sein jüngerer, schlanker Bruder.

Warten wir also mal ab, was der alte Mann mit dem weißen Bart dieses Jahr in seinen roten Schlitten gepackt hat… wenn er überhaupt in 2009 etwas für den guten pepe dabei hat!

Und sollte er tatsächlich nur Socken und Obehemden abladen… ja dann haben die Absamer Konstrukteure ja reichlich Zeit, sich zu ein paar “kleinen Unsauberkeiten” noch weitere Gedanken zu machen und an der technischen Umsetzung im Detail zu feilen. Ich bin sicher, sie grübeln schon jetzt darüber nach!

Swarovski EL 8×32 & EL 8,5×42 – Ein Größenvergleich

EL42-EL32-Okularseite-DSC06663_2_2Beim Warten auf das “Erscheinen” des schon länger angekündigten SWAROVISION habe ich noch einmal in meine fotografischen Aufzeichnungen gekramt um mir die Frage zu beantworten, welche Vorteile ein 42er Fernglas gegenüber meinen momentanen “Liebling” Swarovski EL 8×32 WB denn nun wirklich haben könnte.

Schon vor mehr als einem Jahr hatte ich mich bereits für eine Neuanschaffung interessiert und die Gelegenheit ergriffen, zwei Modelle von Swarovski im Vergleich mit meinem vorhandenen Trinovid 8×32 B für ein paar Stunden auzuleihen, ins frei Gelände zu fahren und dort einen kleinen Test anzustellen.

Natürlich fing es zeitgleich mit dem “Auspacken”  der Gläser zu regnen an und da ich bei Leihgeräten die selbe pingelige Sorgsamkeit an den Tag lege wie bei eigenen Dingen, habe ich mich während des Schauers lieber ins Auto gesetzt und ein paar “dokumentarische” Vergleichs-Fotos geschossen.

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Neben den beiden ELs kommt einem das alte Trinovid nahezu winzig aus. Kein Wunder, daß ich mich entschieden habe, das gute Stück niemals abzugeben, denn mit seiner dezenten schwarzen Belederung wird es uns sicher noch einige Jährchen “unauffällig” zu diversen Veranstaltungen  begleiten, bei denen fehlende Wasserdichtigkeit kein Problem darstellt. Die desolaten Augenmuscheln wurde übrigens nach den Fotos – dank eines erstklassig funktionierenden Leica-Kundendienstes – ausgewechselt, so daß der Oldy “fast neu” aussieht.

Da muß man gar kein Millimeterfuchser sein, um die Unterschiede zu erkennen. Während das alte Trinovid mit den ca. 480 Gramm Gewicht nahezu “filigran” wirkt, ist das EL 8×32 mit 610 Gramm bereits ein “beachtliches Gerät” … das EL 8,5×42 dagegen ist schon eine “echte Hantel”, was bei immerhin 820 Gramm kaum wundert.

Man muß sich bereits in diesem Moment die Frage stellen: “Will ich so einen Klotz mit mir herum schleppen”?

Oder besser: “Muß ich wirklich das 42er Ausführung wählen, um meine Aufgabenstellung erfüllens zu können?”

Der Leser meines Blogs wird mittlerweile wissen, das ich mich später für das kleinere EL 8×32 entschieden habe, denn es ging  ja gezielt um ein “Universalgas für Beobachtung bei Tageslicht zum immer dabei haben”.

Die Erfahrung mit “optischem Gerät” der vergangenen Jahre hatte eindeutig gezeigt, daß man sich (ich mich) ungerne mit Ballast abschleppt, wenn man garnicht weiß, ob sich die Plagerei überhaupt lohnen wird bei einem Spaziergang oder Tagesausflug ohne ornithologischen Hintergedanken. Das deutlich “kompaktere” Leica Ultravid 8×32 kam wegen der recht “unsauber” arbeitenden Dioptrienverstellung und des knappen AP-Abstandes für mich nicht in Frage.

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Natürlich war das EL 8,5×42 gegenüber seinem kleinen Bruder in einigen Fällen deutlich überlegen. So war das Einblickverhalten gravierend besser. Nicht nur der größer Austrittspupillen-Durchmesser machte es einfacher, den passenden Durchblick zu bekommen, kleine Unachtsamkeiten werden einfach besser überspielt. Ich hatte das Gefühl, näher am/im Glas zu sein, was wohl an dem größeren AP-Abstand zu verdanken ist. Im Wald dann, unter einem dichten Laubdach und entsprechend wenig Licht, ist das 42er Glas unbestritten Sieger, wenn es darum geht, durch die Objektive möglichst viel Licht “einzusammeln”. Die um ca. 70% größere Öffnung bringen dann natürlich so Einiges an Feinheiten , die man mit dem 32er nur noch erahnen aber nicht mehr auflösen kann.

Auf der Minusseite lagen aber neben größerer Abmessung und Gewicht die (für meine Hände) weniger passende Haptik. Wenn ich, wie auf allen Fotos vorgenommen, den richtigen Augenabstand eingestellt hatte, dann war der Vorteil der offenen Knickbrücke bei “meinem” EL 8×32 deutlicher merkbar als bei der 42er Variante. Durch den größeren Tubusdurchmesser des EL 42 wird es eben zwangsläufig etwas enger zwischen beiden Rohren. Wer allerdings über grosse Hände verfügt, mag wiederum Probleme mit zu geringem Abstand zwischen den Knickbrückenhälften des EL32 haben… man muß das einfach selber testen.

Auch gefielen mir die etwas sanfteren Übergänge der Daumenmulden besser… aber dieser Aspekt mag wohl eher philosophischer Natur sein. Ich empfinde das kleine EL 8×32 jedenfalls als perfekten “Handschmeichler” mit höchstem optischen Potential. Ideal für Beobachtungen bei guten bis mittleren Lichtverhältnissen .

EL42-EL32-Okularseite-DSC06663_2_2

Betrachtet man sich beide ELs einmal von der Frontseite, wird einem schnell klar, bei soviel Glaseinsatz müssen die Gläser ein paar Gramm mehr auf die Waage bringen, als man sich idealerweise wünschen würde.

Vergleicht man dann die schlanker wirkende Form der neuen SWAROVISION (vollkommen virtuell, anhand der Fotos aus dem Internet) gegen die EL Serie, könnte ich mir schon vorstellen, daß man in Absam nicht nur an der Optik reichlich gefeilt hat, sondern auch an der Haptik einiges getan hat, um auch dort einigen Boden gut zu machen.

Auf jeden Fall bleibt es spannend und ich werde die früheste Möglichkeit nutzen, mir die SWAROVISION einmal aus der Nähe anzusehen… durchzusehen… und insbesondere das Handling kritisch zu begutachten.
Denn bei so einem Preis MUSS einfach ALLES passen, oder?

EL 42 SWAROVISION – Nun kommen sie endlich

Geglaubt habe ich nicht daran, aber jetzt ist es doch bald soweit, das SWAROVISION kommt im Januar 2010.

Swarovski EL 8,5×42 SWAROVISION – copyright by swarovskioptik.atIch hätte keinen Pfifferling darauf gewettet, nach dem merkwürdigen Verhalten des Herstellers im vergangenen Jahr. Nach riesigem Werbeaufwand in 2008 waren die neuen Modelle zunächst auf einigen Messen gesichtet und vom kritischen Fachpublikum für ausserordendlich gut befunden worden, dann aber waren sie wie von Zauberhand wieder vom Markt verschwunden. Grosse Aufregung in allen nationalen und internatioalen Fernglasforen, absolut verständlich.
Aber keine wirkliche glaubwürdige Aussage über den Grund dafür von Swarovski selber.

Das recht fadenscheinige Argument, man müsse an der technischen Umsetzung noch arbeiten um in der Serie eine ausreichende Wiederholgenauigkeit garantieren zu können, halte ich für “mittelmäßig gut erfunden”.

Zusammen mit der Tatsache, das Nikon seine zeitgleich beworbene EDG-Serie lediglich in USA auf den Markt gebracht hat und innerhalb Europas nicht einmal der Schatten eines EDG auftaucht ist, läßt mich stark vermuten, daß man zwischen den beiden Firmen einige patentrechliche Probleme hatte, die man auf dem kleinem Dienstweg zu lösen gedachte. Allein der mechanische Aufbau der EDG mit der offenen Brücke und der typisch “alpinen” Art der Innenfokussierung mit integriertem Dioptrienausgleich läßt mich nicht zweifeln.

“Ihr verkauft die bereits fertiggesstellten Modelle der EDG Serie nicht in Europa, und wir ziehen unsere neuen SWAROVISION noch ein Jahr zurück, abgemacht.”

Gesichtsverlust wird so vermieden, die Fans beider Marken werden schon geduldig warten… eine elegante Sache.
So hätte ich’s wohl auch gemacht!

Nun aber soll es ab Januar 2010 soweit sein und die “Supergläser” kommen endlich auf den Markt.

Wenn ich mir vorstelle, in wie vielen Haushalten nun die Ehemänner um Argumente ringen, wieso das “alte Glas” doch einige “unschöne” Mängel aufweist und man deshalb bereits in wenigen Wochen einen nicht unerheblichen Geldbetrag für das neue Fernglas aus der Haushaltskasse dringend benötigt… muss ich einfach schmunzeln.

Wieso?

Auch ich habe mir eine virtuelle Liste bereitgelegt, auf der Punkte zusammengetragen werden, um die Freigabe des Geldbetrages für so ein schnuckeliges SWAROVISION noch vor den Weihnachtstagen zu beantragen.

Also Männer, viel Glück dabei ;-)

PS

Um die langen Wochen bis zum Erscheinen des neuen Glases leidlich zu überbrücken, hier noch eine Adresse zum gelegentlichen Nachschlagen : Das SWAROVISION zum “Nachlesen und Träumen”…

Swarovski EL 8,5x42 SWAROVISION

Swarovski EL 8×32 – Sommerurlaub & Kraniche live

SwaroEL8x32WB-DP1030430_2Selten hatte ich die Sommerferien so herbei gesehnt wie in diesem Jahr, denn wenn “Jungens” ihre neuen Spielzeuge ausprobieren möchten, dann am besten im Urlaub, mit genügend Muße und ohne Hektik. Dieses mal passt alles zusammen.

Das neue Fernglas war ja schon bei heimischen Spaziergängen zum ständigen Begleiter geworden und natürlich auch im eigenen Garten immer griffbereit, um ja keine Gelegenheit zu verpassen, Natur und Tierwelt zu beobachten.

Das ausgerechnet in diesem Jahr die Deutsche Ostseeküste unser Zielgebiet war und die Ferienwohnung auch nur “wenige Schritte” entfernt sein würde von einem der wenigen Schauplätze in Deutschland, an dem man Kraniche live erleben kann, das war zwar Zufall… aber ich hatte absolut nichts dagegen einzuwenden.

Natürlich führte dann auch eine unserer ersten “Expeditionen” vom Feriedomozil Prerow, inmitten des Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gelegen, zum Kranich-Informationszentrum nach Groß Mohrdorf. Schon der Anfahrtweg über lange Alleen und Kopfstein gepflasterte Straßen, war ein “Erlebnis”.
Natürlich wären auch die Zufahrt über Asphalt möglich gewesen, aber “man gönnt sich ja sonst Nichts”!

In der kleinen “Ausstellung” mit leider nur wenigen Exponaten (hier wären Spenden hilfreich) wartete dafür aber ein sehr engagierter Biologe/Ornithologe/Naturschützer auf uns, um uns über einige der  Geheimnisse um Kraniche und deren Verhalten zu informieren. Eine anschließende Filmvorführung zum Thema, stimmte uns vollends auf die besondere Faszination dieser eleganten Großvögel und deren Beobachtung ein.

Eingedeckt mit reichlich Informationsmaterial und 2 wundervollen Bildbänden, fuhren wir dann eine der Beobachtungsstationen an, die in der Nähe des Informations Zentrums errichtet worden waren.

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Um der Allgemeinheit diese einmaligen Tiere näher zu bringen und für die Erhaltung der Natur zu sensibilisieren, sind Beobachtungsplattformen incl. Parkmöglichkeit unmittelbar in Straßennähe errichtet worden, leicht per PKW zu erreichen, denn der interessierte Urlauber soll es möglichst bequem haben. Aber auch die Kraniche sollen so wenig wie möglich durch Besucher gestört werden. Wenn auch ein grosses LEICA Logo auf der Plattform prangte, so war das nicht als Verbotsschild zu verstehen, sondern eher als Hinweis, wer sich an den Kosten für die Errichtung finanziell beteiligt hat. Einige Besucher waren schon vor uns da und informierten unaufgefordert die “Neuen” über lohnenede Blickrichtunen.

Kraniche sind besonders empfindlich und eine sehr hohe Fluchtdistanz von 250-300 Metern sind normal. Entspechend war mit dem blossen Auge auch absolut nichs zu entdecken. Doch da, einge dunkele Punkte… flux das Swaro ausgepackt und die weiten Stoppelfelder “abgescannt”… und tatsächlich, mehrere Gruppen von jeweils 10-20 Tieren fanden sich nach einiger Suche in leichten Mulden der beobachteten Fläche.

Anfang September, das war uns schon klar, da war nicht viel mehr zu erwarten! Der “Schwung” kommt erst später im Oktober und November, wenn bis zu 40.000 Tiere zeitgleich in diesem Gebiet ihren Zwischenstopp einlegen um Kraft für den Weiterflug in ihre Zielgebiete zu sammeln.

Das Sarovski EL 8×32 WB mit seinem grossen Sehfeld (140m/1000m) war besonders hilfreich um die riesigen Felder abzusuchen und Gruppen schnell zu erfassen. Neben uns auf der Beobachtungsplattform hatte ein Niederländischer Kranichfan sein Leica Duovid 10+15 x 50 im Einsatz! Schon interessant, denn die große Vergrößerung bringt doch so Einiges… wenn man die Tiere erst einmal ausgemacht hat! Aber ohne Monopod war da garnichts zu machen und so gesehen als Universalglas ungeeignet. Als “Zweitglas” allerdings… na das wäre schon was. Mal sehen, wie sich das neue Hobby entwickelt… vielleicht sollte ich wirklich  LOTTO spielen.

Wenn wir im Laufe des Urlaubs unsere “Tages-Expeditionen” beendeten, dann so, daß wir gegen 19:00 Uhr an einer der “sicheren” Beobachtngsstelle anhalten konnten. So war es uns dann auch möglich, einige größere Kanich-Gruppen von 60-100 Tieren zu beobachten, die von den Stoppelfelden kommend, zur Abendstunde ihre sicheren Übernachtungsstellen im seichten Wasser des Boddens anflogen. Mit einem “Heidenspektakel” zogen sie mit gemächlichen Flügelbewegungen über uns hinweg, um dann fast taumelnd und mit hängenden Fahrwerken die Landung im flachen Wasser vorzubereiten. Per Fernglas wunderbar zu verfolgen für uns ein einmaliges Erlebnis.

Aber auch am Strand – egal ob Vogelbeobachtung oder Kite-Surfer in rasanter Fahrt, das DLRG-Team beim Üben oder ein schlanker Katamaran auf einer Kufe, nahe an der Kippgrenze – das SWARO war immer im Einsatz.

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Ja, ja, der albene Hut… wer lacht da? Aber die Sonne ist schon immer mein Feind gewesen und die recht gezielten “Bombenabwürfe” der Möwen, die insbesondere in Strandnähe sehr überraschend erfolgten, zwangen mich zu dieser wenig extravaganten Schutzmaßnahme ;-)

Wenn ich nun zurückblicke auf den Urlaub und mir die Frage stelle, war die Wahl gerade dieses Fernglases die richtige, oder wäre eine 10fache Vergrößerung oder eine 42er Variante doch besser geeignet gewesen, so muß ich ganz klar sagen: Das Swarovski EL 8 x 32 WB war für mich genau die richtige Entscheidung!

Denn – um es immer dabei zu haben – ist ein leichtes 32er Kaliber wegen des eigesparten Ballasts genau passend. Die 42er Alternative wäre immerhin ca. 33% schwerer gewesen und das ist garnicht so ohne!

Dazu die nahezu ausschließliche Beobachtung bei guten Licht… auch hier, kein Nachteil mit dem “klein” Glas.

Die 10fache Vergrößerung mit ihrem kleineren Sehfeld wäre beim Abscannen der Stoppelfelder eher ein Nachteil gewesen und auch die Erfassung und Beobachtung größerer Gruppen fällt mit dem “Breitwandformat”  der 8fachen Ausführung deutlich leichter. Auch wäre bei dem oft sehr böigen Wind am Strand, bei dem man fast umgeworfen wurde, durch die kleinere Austrittspupillenöffnung des 10ers keine ruhige Beobachtung möglich. Dann die altersbedingte stärkere Zitterneigung, die schon nach wenigen Sekunden einsetzt und mit dem 10er kein ruhige Beobachtung mehr zuläßt.

Die besondere Haptik des Swarovski EL, mit seinem typischen Durchgriff endlich, ermöglichte eine Beobachtung sogar dann, wenn es geboten war, sich wegen der stürmischen Winde, möglichst mit einer Hand festzuhalten. Selbst einhändig ließ sich das SWARO EL 8×32 WB immer noch wunderbar halten und selbst ein Nachjustieren der Entfernung mit dem Zeigefinger, ist kein Problem… erst nach 5 Minuten ging mir dann doch “die Puste” aus.

Ich bin somit sehr zufrieden und genauso begeistert mit meiner Entscheidung für das SWAROVSKI 8×32 WB wie am erste Tag.

PS

Zugegeben, andere Mütter haben auch schöne Töchter… und wahrscheinlich wäre ich mit einem anderen der “grossen” Logos auf dem Fernglas ebenso zufrieden gewesen. Zumindest aber habe ich die Bestätigung dafür bekommen, daß ein 8×32 als Universalglas die ideale Lösung für meine Tagesbeobachtungen ist.

Warten wir ab, in den kommenden Monaten wird die Dämmerung deutlich früher hereinbrechen, wer weiss, ob ich nicht dann schon wieder in den Katalogen Blätter… bei der 42er oder gar der 50er Fraktion ;-)

Der/Das Virus “Binocularitis brutalis” ist eine wirklich gefährliche Geißel der Menschheit… aber so ein Risiko hat mich schon immer besonders gereizt…

Ganz schön bunt hier… Optische “Beschichtungen”

Als ich mit der Fotografiererei anfing, war der Begriff “Vergütung” und “reflexmindernde Beschichtung” auf der Verbraucherseite noch nicht so in aller Munde, wie heute. Als ich dann aber mein erstes Leitz Fernglas anschaffte, hatten gute Fabrikate eine blaue-violette Beschichtung zu besitzen, dann war es die GUTE Variante und irgendwann zogen andere Hersteller nach.

Verrückt ist es ja schon und für den “normalen” Menschen ohne 8 semestriges Studium der optischen Physik kaum verständlich, daß etwas “durchsichtiger” werden soll, wenn man was farbiges draufschmiert, oder? Vor 25 Jahren hätte ich mich wahrscheinlich noch unruhig gefragt: wieso, weshalb, warum?

Heute sehe ich die Sache wesentlich gelassener. Sollen die doch draufschmieren was sie wollen, hauptsache ich bekomme einen guten “Durchblick” geboten. Der von mir sehr verehrte Herr Walter E. Schön würde das sicher nicht so einfach hinnehmen und eben diese Fragen stellen… und beantworten. Höchst  wahrscheinlich würde er mir aus dem Stehgreif mindestens 3 DIN A4 Seiten herleiten können, welches heute die RICHTIGE Farbe ist.

Schade das ich nicht in München wohne, ich würde einfach bei ihm vorbeischauen und fragen… denn das Kapitel “Beschichtung und Vergütung von optischen Gläsern”… hat er sicherlich schon als Konzept für sein Fernglasbuch auf dem MacBook abgespeichert.

So begnüge ich mich einfach mit einem Blick auf die Frontlinsen und freue mich am “schönen Farbenspiel” :-)

Leitz Trinovid 8x32 B - FrontlinseZeiss Victory 8x32 FL - FrontlinseSwarovski 8x32 EL - Frontlinse