Swarovski EL 8×32 & EL 8,5×42 – Ein Größenvergleich

EL42-EL32-Okularseite-DSC06663_2_2Beim Warten auf das “Erscheinen” des schon länger angekündigten SWAROVISION habe ich noch einmal in meine fotografischen Aufzeichnungen gekramt um mir die Frage zu beantworten, welche Vorteile ein 42er Fernglas gegenüber meinen momentanen “Liebling” Swarovski EL 8×32 WB denn nun wirklich haben könnte.

Schon vor mehr als einem Jahr hatte ich mich bereits für eine Neuanschaffung interessiert und die Gelegenheit ergriffen, zwei Modelle von Swarovski im Vergleich mit meinem vorhandenen Trinovid 8×32 B für ein paar Stunden auzuleihen, ins frei Gelände zu fahren und dort einen kleinen Test anzustellen.

Natürlich fing es zeitgleich mit dem “Auspacken”  der Gläser zu regnen an und da ich bei Leihgeräten die selbe pingelige Sorgsamkeit an den Tag lege wie bei eigenen Dingen, habe ich mich während des Schauers lieber ins Auto gesetzt und ein paar “dokumentarische” Vergleichs-Fotos geschossen.

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Neben den beiden ELs kommt einem das alte Trinovid nahezu winzig aus. Kein Wunder, daß ich mich entschieden habe, das gute Stück niemals abzugeben, denn mit seiner dezenten schwarzen Belederung wird es uns sicher noch einige Jährchen “unauffällig” zu diversen Veranstaltungen  begleiten, bei denen fehlende Wasserdichtigkeit kein Problem darstellt. Die desolaten Augenmuscheln wurde übrigens nach den Fotos – dank eines erstklassig funktionierenden Leica-Kundendienstes – ausgewechselt, so daß der Oldy “fast neu” aussieht.

Da muß man gar kein Millimeterfuchser sein, um die Unterschiede zu erkennen. Während das alte Trinovid mit den ca. 480 Gramm Gewicht nahezu “filigran” wirkt, ist das EL 8×32 mit 610 Gramm bereits ein “beachtliches Gerät” … das EL 8,5×42 dagegen ist schon eine “echte Hantel”, was bei immerhin 820 Gramm kaum wundert.

Man muß sich bereits in diesem Moment die Frage stellen: “Will ich so einen Klotz mit mir herum schleppen”?

Oder besser: “Muß ich wirklich das 42er Ausführung wählen, um meine Aufgabenstellung erfüllens zu können?”

Der Leser meines Blogs wird mittlerweile wissen, das ich mich später für das kleinere EL 8×32 entschieden habe, denn es ging  ja gezielt um ein “Universalgas für Beobachtung bei Tageslicht zum immer dabei haben”.

Die Erfahrung mit “optischem Gerät” der vergangenen Jahre hatte eindeutig gezeigt, daß man sich (ich mich) ungerne mit Ballast abschleppt, wenn man garnicht weiß, ob sich die Plagerei überhaupt lohnen wird bei einem Spaziergang oder Tagesausflug ohne ornithologischen Hintergedanken. Das deutlich “kompaktere” Leica Ultravid 8×32 kam wegen der recht “unsauber” arbeitenden Dioptrienverstellung und des knappen AP-Abstandes für mich nicht in Frage.

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Natürlich war das EL 8,5×42 gegenüber seinem kleinen Bruder in einigen Fällen deutlich überlegen. So war das Einblickverhalten gravierend besser. Nicht nur der größer Austrittspupillen-Durchmesser machte es einfacher, den passenden Durchblick zu bekommen, kleine Unachtsamkeiten werden einfach besser überspielt. Ich hatte das Gefühl, näher am/im Glas zu sein, was wohl an dem größeren AP-Abstand zu verdanken ist. Im Wald dann, unter einem dichten Laubdach und entsprechend wenig Licht, ist das 42er Glas unbestritten Sieger, wenn es darum geht, durch die Objektive möglichst viel Licht “einzusammeln”. Die um ca. 70% größere Öffnung bringen dann natürlich so Einiges an Feinheiten , die man mit dem 32er nur noch erahnen aber nicht mehr auflösen kann.

Auf der Minusseite lagen aber neben größerer Abmessung und Gewicht die (für meine Hände) weniger passende Haptik. Wenn ich, wie auf allen Fotos vorgenommen, den richtigen Augenabstand eingestellt hatte, dann war der Vorteil der offenen Knickbrücke bei “meinem” EL 8×32 deutlicher merkbar als bei der 42er Variante. Durch den größeren Tubusdurchmesser des EL 42 wird es eben zwangsläufig etwas enger zwischen beiden Rohren. Wer allerdings über grosse Hände verfügt, mag wiederum Probleme mit zu geringem Abstand zwischen den Knickbrückenhälften des EL32 haben… man muß das einfach selber testen.

Auch gefielen mir die etwas sanfteren Übergänge der Daumenmulden besser… aber dieser Aspekt mag wohl eher philosophischer Natur sein. Ich empfinde das kleine EL 8×32 jedenfalls als perfekten “Handschmeichler” mit höchstem optischen Potential. Ideal für Beobachtungen bei guten bis mittleren Lichtverhältnissen .

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Betrachtet man sich beide ELs einmal von der Frontseite, wird einem schnell klar, bei soviel Glaseinsatz müssen die Gläser ein paar Gramm mehr auf die Waage bringen, als man sich idealerweise wünschen würde.

Vergleicht man dann die schlanker wirkende Form der neuen SWAROVISION (vollkommen virtuell, anhand der Fotos aus dem Internet) gegen die EL Serie, könnte ich mir schon vorstellen, daß man in Absam nicht nur an der Optik reichlich gefeilt hat, sondern auch an der Haptik einiges getan hat, um auch dort einigen Boden gut zu machen.

Auf jeden Fall bleibt es spannend und ich werde die früheste Möglichkeit nutzen, mir die SWAROVISION einmal aus der Nähe anzusehen… durchzusehen… und insbesondere das Handling kritisch zu begutachten.
Denn bei so einem Preis MUSS einfach ALLES passen, oder?

Ganz schön bunt hier… Optische “Beschichtungen”

Als ich mit der Fotografiererei anfing, war der Begriff “Vergütung” und “reflexmindernde Beschichtung” auf der Verbraucherseite noch nicht so in aller Munde, wie heute. Als ich dann aber mein erstes Leitz Fernglas anschaffte, hatten gute Fabrikate eine blaue-violette Beschichtung zu besitzen, dann war es die GUTE Variante und irgendwann zogen andere Hersteller nach.

Verrückt ist es ja schon und für den “normalen” Menschen ohne 8 semestriges Studium der optischen Physik kaum verständlich, daß etwas “durchsichtiger” werden soll, wenn man was farbiges draufschmiert, oder? Vor 25 Jahren hätte ich mich wahrscheinlich noch unruhig gefragt: wieso, weshalb, warum?

Heute sehe ich die Sache wesentlich gelassener. Sollen die doch draufschmieren was sie wollen, hauptsache ich bekomme einen guten “Durchblick” geboten. Der von mir sehr verehrte Herr Walter E. Schön würde das sicher nicht so einfach hinnehmen und eben diese Fragen stellen… und beantworten. Höchst  wahrscheinlich würde er mir aus dem Stehgreif mindestens 3 DIN A4 Seiten herleiten können, welches heute die RICHTIGE Farbe ist.

Schade das ich nicht in München wohne, ich würde einfach bei ihm vorbeischauen und fragen… denn das Kapitel “Beschichtung und Vergütung von optischen Gläsern”… hat er sicherlich schon als Konzept für sein Fernglasbuch auf dem MacBook abgespeichert.

So begnüge ich mich einfach mit einem Blick auf die Frontlinsen und freue mich am “schönen Farbenspiel” :-)

Leitz Trinovid 8x32 B - FrontlinseZeiss Victory 8x32 FL - FrontlinseSwarovski 8x32 EL - Frontlinse

Leitz-Service nach 30 Jahren : Die volle Punktzahl!

Nach fast 30 Jahren habe ich noch ein Ersatzteil bekommen… und das ohne jegliche Kosten! Wenn das kein Kundendienst ist! Also mal ein DICKES LOB an den Kundendienst nach Solms mit einem grossen DANKESCHÖN!

Leitz Trinovid 8x32 B - Augenmuscheln defektVorher, nacher, da braucht man nicht lange zu überlegen, welcher Text zu welchem Bild gehört, oder? Das Gummi der Stülp-Augenmuscheln war – und das bereits seit einigen Jahren – spröde geworden und an den “Klappstellen” eingerissen, so daß ich sie irgendwann im Urlaub kurzerhand mit einem Cuttermesser sehr unsanft vollständig abtrennen mußte.

Da schon länger hier am Ort und Umgebung die guten Fachgeschäft ausgestorben sind oder der Übemacht grosser Elektromärkte weichen mußten, war kein Ersatz zu bekommen und so wurden die abgetrennten Enden kurzerhand umgekehrt wieder über die Okulartuben geschoben… nicht sehr schön und eines Trinovid sicherlich nicht würdig.
Die Jahre gingen ins Land, man gewöhnte sich an den Zustand und… man sollte nicht so kleinlich sein, das Trinovid ist schließlich ein Gebrauchsgegenstand.

Erst nach dem Kauf des neuen Glases ( ), besann ich mich des Problems, um ggf. den ansonsten sehr gut erhaltenen Oldie noch für ein paar Euronen in der “Bucht” verkaufen zu können. Und da der PC auf dem Tisch steht, habe ich per E-Mail eine freundliche Anfrage beim Kundendienst von Leica gestartet, mit der Bitte, mir eine Bezugsquelle zu nennen, bei der die aufschraubbaren Augenmuscheln doch noch zu bekommen sein könnten…. Es verging nicht eine Woche, da steckte bereits ein gefütterter Briefumschlag in strahlendem Weiss im Briefkasten. Ahh, wohl die Mitteilung, daß man mir leider nicht helfen könne und einige Prospekte mit neunen Produkten zur gefälligen Kenntnisnahme? Weit gefehlt!

Fein säuberlich verpackt, zwei niegelnagelneue Ersatz Augenmuscheln… Ich war platt! Dazu lediglich eine Versandbestätigung mit der Teilenummmer… und KEINE RECHNUNG.

Na Freunde, wenn das kein SERVICE ist, von Leitz/Leica! UND DAS NACH FAST 30 JAHREN!

Leica Trinovid 8x32 B - Okulare und VerstellungDas alte Provisorium runter und die “strahlend neuen und elastischen Ersatzteile aufgeschraubt war in maximal 15 Sekunden erledigt… und passte “wie angegossen”! Kein Wunder, ist ja ein original Leica Ersatzteil.

Ob ich das “alte” Glas jetzt bei Ebay verscherbelt habe?

Um Gottes Willen NEIN, wie sollte ich, ist es doch nahezu “wie neu” und wieder voll einsatzbar. Keinerlei Problem mehr, bei der Verwendung mit Brille.
Alles wieder “butterweich”, wie am ersten Tag. So laß ich mir das gefallen!

Wir brauchen uns also nicht unbedingt nach “Neuware” umzusehen, wenn es um  die “optische” Begleitung für Theateraufführungen geht. Das kleine und unauffällige Leitz Trinovid 8×32 B wird so sicher noch einige Jahre unser treuer Begleiter sein, bei Veranstaltungen, auf denen wir nicht “jagdmäßig” erscheinen wollen, sondern eher eine etwas zurückhaltendere Gangweise angebracht ist. Denn mit einem jagdgrünen Swarovski EL würden wir beim Besuch einer Balettaufführung garantiert zurückgewiesen werden, aus Angst, wir könnten den “sterbenden Schwan” noch vor dem großen Auftritt “erlegen” wollen. Das kleine Schwarze mit der eleganten Belederung und den neuen Augenmuscheln vom Leica Kundendienst allerdings fällt da kaum auf.

Es lohnt sich also doch, in ein sehr gutes Glas ein paar Mark/Euros mehr zu investieren. Nicht nur die optische Qualität ist erkennbar besser als beim Mittemaß, nein auch die Nutzbarkeit über lange Jahre ist so garantiert.

Plötzlich kam dann ein schlechtes Gewissen, hatte ich mir doch soeben ein neues Allroundglas des alpinen Mitbewerbers zugelegt.

Aber Quatsch! Gestern habe ich das neue Leica Monovid auf der Internetsite entdeckt, ein bildhübsches, schnuckeliges Spielzeug für ältere Jungen (und Mädels) zum “immer dabei haben”. Mal sehen, was in der Bunkerkasse übrig geblieben sein wird, wenn wir aus dem Urlaub zurück sind.
Wer weiß, vielleicht liegt ja dieses Jahr mal wieder einer dieser hübschen weißen LEICA Kartons unter dem Weihnachtsbaum…