pepe … und der Griff nach den Sternen
Ein neues (altes) Hobby aber wesentlich mehr Zeit und Muße, sich intensiver auf die Sache einzulassen und die Grundlagen kennen zu lernen, brachte es mit sich, dass ich der Einladung der Firma Optische Geräte Jülich gefolgt war zum Forentreffen Tagbeobachtung 2009 in die Volkssternwarte Bonn. Gut das ich das Navi eingeschaltet hatte, denn das alte Gebäude war doch etwas versteckt in der 2. Reihe im Stadtteil Bonn Poppelsdorf untergebracht. Ohne die “nette Frau TomTom”, wäre ich mindestens 30 Minuten zu spät eingetroffen. So aber kam ich gerade noch passend, um die kurze Selbstvorstellung der Teilnehmer vor dem Eingang der alten Sternwarte mitzubekommen und die Gründe der Einzelnen, an diesem Treffen mitzumachen.

Der erste Vortrag dann von Herrn Jülich zum Thema: Himmelsbeobachtung mit dem normalen Fernglas. Nein, das war ganz und gar keine reine Verkaufsveranstaltung, bei der lediglich die teuren Produkte vorgesstellt wurden, sondern vielmehr eine Ermutigung, doch auch mit dem bereits vorhandenen, unscheinbaren 8x32er Glas die ersten “Schritte durch das Himmelsgewölbe” zu wagen.
Da war ich schon einigermassen überrascht, dass es da oben doch wohl wesentlich mehr zu sehen ist, als den Mond und ein paar Sterne… und das mit dem Standardglas für “alle Tage”!
Man mekte auch die Begeisterung mit der der Vortragende sprach und dass Herr Jülicher von dem was er ausführte nicht nur theorethisches Wissen besitzt, sondern seine Kenntnisse auf jahrzehntelanger aktiver Begeisterung für ein interessantes Hobby basieren.
Wenn ich auch nicht alles verstanden habe, so habe ich mir aber vorgenommen, bei nächster Gelegenheit und guten Sichtverhältnissen, mein Swarovski EL 8×32 auch mal gen Himmel zu richten. Und Gelegenheiten sollte es ja im kommenden Dänemark Urlaub geben, wo mondlose Nächte so dunkel sind, dass man keinen Meter weit sehen kann. Von “Sichtbehinderung2 durch Strassenbeleuchtungen etc. kann dort keine Rede sein… da ist einfach keine vorhanden. Wieviel mehr muss man da am Himmel sehen können als hier, mitten des Ruhrgebiets? Ich bin schon gespannt auf die ersten Versuche!
Ja Herr Jülich, wer Ihren Ausführungen aufmerksam gefolgt ist – und das war sicher jeder der kleinen Schar anwesender Zuhörer - dem sollte das eigentlich ohne Probleme gelingen! Und – wer weiss – vielleicht wird ja sogar für manchen ein ganz neues Erlebnis daraus!

Herr Schön – den persönlich einmal kennen zu lernen mir eine besondere Freude bereitete, da ich seine fotooptischen Ausführungen schon vor einigen Jahrzehnten liebend gerne gefolgt war und bei dessen Literatur ich damals doch einiges an fotografischer Kenntnissen erlangt hatte – konnte anschließend mit weiteren Anmerkungen und Erklärungen restliche Fragen ausräumen. Seine mitgebrachten Fotokoffer mit “Demonstrationsmaterial” waren sehr verheißungsvoll und es öffnete sich im Laufe des Mittags öffner mal eine der Deckel, um wenigsten ein paar dieser Geheimnisse zu lüften.
Dann eine kleine Pause, in der im ursprünglichen Beobachtungsraum der Sternwarte kleine Erfrischungen und Gebäck parat standen. Klar wurde hier auch diskutiert! Welche Frage? Natürlich über optisches Gerät zur Beobachtung von Himmel und Erde…
Im Aussenbereich waren die neuesten Topprodukte der 4 GROSSEN Spektivhersteller aufgebaut, sodass jeder Teilnehmer die Möglichkeit hatte, die Geräte auch einmal im direkten Vergleich antesten zu können.
Ich bin zwar beileibe nicht der Fachmann für eine wertende Beurteilung dieser Highlight, aber spontan gefallen haben mir alle 4 Modelle. Während das Zeiss durch umfangreiche Ausbaumöglichkeit und einem recht “günstigen” Preis auftrumpft, war das Leica extrem leicht in der Fokussierung und die Helligkeit war beachtlich. Das Kowa gefiel mir wegen seines wunderbar klaren und kontrastreichen Bildes …und das trotz des grauen Schmuddelwetters. Beim Swarovski hatte es mir die Gesamtkonstruktion, insbesondere das grosse und dabei sehr leichtgängige Einstellrad angetan… da könnte ich schon schwach werden, dass muß ich wohl eingestehen.
Klar wurde auch hier heftig gefachsimpelt und verglichen, denn wann hat man schon so eine Möglichkeit?
Die Pause verging wie im Fluge und so mußte Herr Jülich die Teilnehmer mit leichtem Nachdruck zu nächsten Vortrag aufforden, was dann auch nur gelang, weil es gerade zu Regnen anfing und man die schmucken “flammneuen Goldstücke” ungerne hätte nass werden lassen, was sie aber sicher alle – ob ihrer technischen Qualitäten – unbeschaded überstanden hätten. Da war es im kleinen Vortragsraum im Keller der Volkssternwarte dann doch wesentlich angenehmer auszuhalten.
Hier folgte dann ein Vortrag von Herrn Walter E. Schön, der in seiner unnachamlichen Art - präzise und ohne viele Fragen offen zu lassen – referrierte über das Thema: Die Entfernungswahrnehmung durch das Fernglas und der Kulisseneffekt. Um seinen Zuhöreren auch die nicht ganz trivialen Dinge klar machen zu können, hatte er auch 2 Modellfahrzeuge im Größenverhältnis 2 : 1 in seinen “Geheimkoffern” mitgebracht, mit denen die Zusammenhänge von Schärfentiefe , Abbildungsgrößen, Objektabständen etc. den Auditorium “plastisch” vermittelt wurden. Auch hier ein begeisterungsfähiger Redner, dem man die Jahre absolut nicht ansieht. Ein Mann, der 100% in Arbeit und Hobby aufzugehen scheint und dabei jugendlich und dynamisch geblieben ist.
Mir hat es viele Spass gemacht, Herr Schön, Ihren Vortrag zu verfolgen!
Natürlich hat er es sich dann nicht nehmen lassen, die Begriffe von Globuseffekt und Zylindereffekt zu differenzieren… schade eigentlich, dass Herr Holger Merlitz nicht dabei sein konnte, denn da wäre garantiert eine heisse Diskussion entbrannt, da bin ich sicher!
Die Zeit verging im Fluge. Und selbst als einige Teilnehmer schon aufgebrochen waren, um das geplante Abendessen noch rechtzeitig erreichen zu können, ließ Herr Schön die Bitte einger Hörer nicht ungehört und so führte er noch kurz seine Version der Überprufung des scheinbaren Sehwinkels von Ferngläsern vor. Ich fand das sehr interessant, man hätte auch selber darauf kommen können, aber so ist es eben im Leben… während die einen noch knobeln, hatt der andere die Lösung schon längst “vorführbereit”.
Leider konnte ich aus “familiären Gründen” nicht des komplette Forentreffen mitmachen, sondern mußte mich schon am frühen Abend ausklinken. Die anderen Teilnehmer haben garantiert noch einige interessante Diskussionen zum Thema während und nach dem Abendessen bestreiten können.
Für den Sonntag war dann, je nach Wetterlage, noch eine “Ersteigung” des Drachenfelsens vorgesehen, wobei sicherlich das eine oder andere Fernglas und/oder Spektiv zum Versuchen dabei gewesen sein wird. Schade, dass ich meine Termine nicht besser habe umorganisieren können, denn auch das hätte mich ebenfalls sehr interessiert. Na, vielleicht klappts ja beim nächsten Forentreffen?
Ich möchte mich auf jeden Fall bei Hern Jülich und seinem unsichtbaren Helferteam im Hintergrund für den schönen und interessanten Mittag bedanken, natürlich verbunden mit dem Wunsch, so ein Forentreffen auch im Jahr 2010 wieder zu veranstalten.









