Pepes Memoiren – 1. Anfang meiner Leidenschaft
pepes ”wahre” Foto-Geschichte, zusammengefaßt in 10 Akten
Manches beginnt man erst im Alter… weil man das Geld vorher einfach nicht dafür hat. Aber es gibt auch Dinge, deren Anfänge liegen schon so lange zurück, daß man sich kaum noch erinnern kann, wann man genau damit begonnen hat.
Und so eine Leidenschaft ist in meinem Leben die Fotografie.
Einige meiner ältesten Freund schwören, daß ich wohl schon mit einer Kamera in der Hand auf die Welt gekommen sein muß, da man mich nie ohne eine solche Kiste gesehen habe… aber Nachfragen bei meiner Mutter bestätigen meine Annahme, so früh war’s dann doch nicht ! Also habe ich begonnen, in uralten Fotoalben zu blättern und bin dann - nach langem Suchen – doch noch fündig geworden.
Endlich habe ich den Beweis.
( Bild folgt noch… ) Wie lange das zurückliegt, läßt sich an der ungewöhnlichen aber damals durchaus üblichen Kinderkleidung nur vage erahnen. Gewiss ist aber, daß TV noch in den Kinderschuhen steckte und von Computern nicht einmal gesprochen wurde. Sagen wir es einmal so… Es war im vergangenen Jahrtausend
Spiegelreflex war ebenfalls noch nicht verbreitet und eine Digitalkameras hätte man zu dieser Zeit für absolut unmöglich gehalten, aber egal: Ich war stolzer Besitzer einer “Agfa BOX”.
Nun mag mancher junge Anhänger moderner Digitaltechnik schmunzeln und zweifeln, ob man in diesem zarten Alter schon ernsthaft an das Thema Fotografie herangeführt werden kann… aber ich war begeistert und fanatisch zugleich bei der Sache.
Da mein Vater als gelernter Drogist durchaus Verständnis für mich und mein Hobby hatte – damals wurde die Nagativentwicklung und Vergrößerungen noch in der Drogerie ausgeführt… und das perfekt! - fand er auch ausreichend Geduld, mir alles nötige beizubringen, was ich wissen mußt ! Und das war garnicht so ganz viel.
Der kleine Kasten hatte nur wenige Funktionselemente… außer Filmtransport, Verschluß (1/25 sec und T ) und “Fixfocus-Objektiv” gabs noch einen Schieber, mit dem zwischen 2 Blenden gewechselt und ein Gelbfilter in den Strahlengang geschoben wurde.
Ach ja und zwei (2) Sucher, einen für Querformat und einen für Hochformat ! Irre was? Belichtungsprogramme und automatischer Weißabgleich… alles noch fernste Zukunft. Fotografieren war reine Handarbeit und nur mit viel Übung hinzubekommen.
Und ich übte… unermüdlich !
Stundenlang lief ich also mit meiner (wirklich) eigenen Kamera durch Garten und Anlagen (natürlich nicht alleine) und suchte nach Motiven. Genug waren schon da, allein die Beschränkung lag in der Menge möglicher Negative, die mir zur Verfügung standen.
Heute nicht vorstellbar, aber es waren exakt 6 pro Monat ! Kein Wunder also, daß die Entscheidung wohl abgewogen werden mußte, ob ein Motiv es wert war, von mir geschossen zu werden.
Das Wechselobjektive nicht zur Ausstattung einer/meiner BOX gehörten, muß ich wohl nicht extra erwähnen. Alles wurde über die Veränderung des Standorts “gemacht”. All die vielen, heute üblichen netten Features waren einfach nicht - noch nicht – erfunden, sodaß DENKEN angesagt war. Wie krieg ich das Motiv in die BOX? Und, was soll ich euch sagen, trotz des zarten Alters…
Die Ergebnisse waren ganz erstaunlich, und das durchaus im positiven Sinn!
Wie gerne würde ich hier und jetzt den Beweis antreten, aber leider ![]()
Irgendwie wurden alle meinen “Meisterwerke” im Laufe der vielen Jahr, im Rahmen eines der diversen Umzüge einfach dahingerafft. Schade eigentlich !
Erinnerungen an vergangene Jugendzeit und den Anfang meiner Leidenschaft…
Copyright-Hinweis:
Das Foto der hier abgebildeten und aus der Erinnerung beschriebenen Agfa SYNCHRO BOX entstammt dem flickr – Internetauftritt von alf sigaro | Alle Rechte liegen beim Urheber. Ich bedanke mich bei Alf Sigaro für die freundliche CC Lizenz.
Mensch Pepe, da werden alte Erinnerungen wach!
Auch wenn ich mich an eine Agfa Box nicht erinnern kann (ich glaube, ich bin zu jung dafuer), so kann ich mich an die Kamera meines Vaters noch sehr gut erinnern bzw diese braune Ledertasche in der sie, wie ein Schatz transportiert wurde.
Meine ersten Erfahrungen durfte ich mit einer Ritsch-Ratsch-Klick machen.
Im Gegensatz zu dir, habe ich meine ersten Meisterwerke immer noch bei mir, in einer grossen roten Kiste. Die hat sogar den Umzug nach England ueberstanden. Meine ersten Versuche im Schwarz-Weiss Labor sind hmmmmm sehr ueberzeugend *lach*.
Ich bin schon gespannt wie’s hier weiter geht …
Suse
Hi Sue,
Mensch Meier, das wird ja tatsächlich gelesen, fein.
Ich schreibe gerade an 2 weiteren kleinen Kapiteln…
Meine erste Balgenkamera und Blitzfotografie mit Magnesium-Pulver…
Erinnerungen werden wach…
Wird also nicht lange dauern, dann gehts online.
man liest sich im internet
pepe
Hallo Pepe,
und Deine erste Episode wird immer noch gelesen…
War in der Agfa-Box schon ein Roll-Film drin?
Gruß, Ulf.
Hallo Ulf,
klar, AGFA oder ADOX war der Renner!
Wenn ich mich recht erinnere, waren da 6 bis maximal 12 Bilder möglich… super Sache, denn so lernte man schon vor dem Eintritt in die Schule Rechnen und “Haushalten” mit den Ressourcen!
Denn ich durfte, wenn ich “artig” war, pro Monat einen “großen” Film belichten… das war garnicht so einfach, bei der Masse an tollen Motive.
Heute bring ich aus dem Urlaub mal eben > 2.000 Fotos mit… und die “Beste Ehefrau von Allen” natürlich auch… besser sind die allerdings nicht unbedingt… aber praktischer einzufangen auf jeden Fall
Hallo Pepe,
dank Dir, beginnen meine, nur bisher leicht ergrauten Zellen zu rotieren:
Als ich etwa 5-6 J. alt war, diskutierte mein Vater mit meiner Oma, den Kauf einer, für damalige Verhältnisse, Point&Shot KB Kamera. Sie besaß bis dahin eine Kamera, ähnlich der in Memoiren 2 und muss auch eine Agfa-Box besessen haben, den die Vorteile dieser KB Kamera leuchteten meiner Oma nicht ein. Man mußte die Entfernung und ein Wettersymobol einstellen, bei der Agfa-box nix. Für meine Oma ein Rückschritt. Gekauft hat Sie die KB Kamera trotzdem, wahrscheinlich nur wegen dem praktischen KB Film, der damals 12 oder 24 Fotos erlaubte, später sogar 36. Warum ich das noch weiß? Weil mich auch immer schon Optische Geräte fasziniert haben. Von meiner Oma habe ich nur noch einige schöne Erinnerungen und ein paar Dias, die Sie mit der KB “Point&Shot” aufgenommen hat.
Da Du selbst noch eine Agfa-box besessen hast, must Du ja mächtig viele Ringe auf Deinem Lebensbaum haben…
Viele Grüße, Ulf.
Das mit den Ringen ist eine Frage des “Betrachtungswinkels”… will sagen, “relativ viele”…
Ja, ein paar sind da schon zusammen gekommen.
Da ich schon im Kindenrgartenalter meine esten fotografischen Schritte gemacht habe, kannst du etwa abschätzen, dass mein 1. Geburtstag noch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts im vergangenen Jahrtausend gelegen hat