Carl Schlieper AUGE Messer “ausgegraben”…

Als ich mehr zufällig meine alten “Fahrtenmesser” in der untersten Schublade meiner “Gerödelkiste” wiedefand, war gleich klar, ein NEUES Messer muss her! Das Internet spuckte sogleich Namen aus, die ich in meiner Jugendzeit noch nicht gehört hatte, die aber heute das “Maß aller Dinge” sind… zumindest, wenn man den einschlägigen Foren Glauben schenkt.

Natürlich wurde sogleich eins dieser futuristisch anmutenden Dinger angeschafft. Schön, sehr schön und alles perfekt NC gefertigt, in untadeliger Qualität und 1A Finish, da gab es NICHTS auszusetzen… oder doch?
Nach 1 Woche des unablässigen Auf- und Zuklappens – mit und ohne Öffnungshilfe – war es mir plötzlich bewußt, diese modernen Dinger haben keine Seele!

Wie anders war da doch das alte, unscheinbare Taschenmesser meines Großvaters, welches ich immer selber so gerne besessen hätte. Ich erinnere mich noch, wie ich dem Opa stundenlang habe zusehen können, wenn er am Fenster saß und schnitzte. Dabei flitzten seine Finger mit der alten, abgewetzten Klinge immer und immer wieder über das Holz, bis ein wahres Wunder an Tierfigur entstanden war … heute leider nur noch Erinnerung.

Durch das häufige Nachschleifen der “nicht” rostfreien Klinge (natürlich nicht!) war die Form und Oberfläche das alten Messers nicht als schön zu bezeichnen, es war mehr zu einem perfekt geformten Werkzeug geworden.
Undenkbar, sich den Grossvater ohne das alte Ding vorzustellen. Versuche der Verwandtschaft, ein modernes, rostfreies Schnitzmesser anzudiehnen, wurden kathegorisch abgelehnt:

Nein, diese modernen Dinger sind doch nur Schrott!” war die einzige Reaktion.

Niemand außer mir hatte damals dafür das geringste Verständnis. Mir nämlich hatte der Opa das Geheimnis verraten, welches hinter diesem abgenutzten Messer steckte: Die Klingen aus Kohlenstoffstahl ließen sich rasiermesserscharf abziehen (Das wurde auf einem Lederriemen erledigt, der zu diese Zweck in der Küche an der Wand hing). Und zur Kontrolle wurden nach jedem Schleifvorgang immer ein kurzer, demonstrativer Test an Opas Unterarmbehaarung vorgenommen. Ich fand das bewundernswert und hatte immer davon geträumt, so ein Messer zu besitzen, wenn ich einmel “groß” wäre…

Die Jahre vergingen. Schneller als gedacht, bin ich selber “Opa”, aber so ein Messer habe ich noch immer nicht!

Ich musste schon einige Stunden grübeln, bis mir der Name wieder einfiel, den ich damals immer auf der Messerklinge gesehen hatte… nein, es war keine Name, es war ein Logo, ein AUGE, was mich damals immer angeblitzt hatte! Und dann war plötzlich der Name auch wieder da:

Nimme ein Carl Schlieper AUGE!“, hatte der Opa immer gesagt. “Etwas schärferes findest du nicht!

OK, wollen wir mal sehen, was der Name im Internet hergibt? Aber die Enttäuschung war gross, da war nix… fast nichts. Amerikanischen Messersammler war der Name zwar geläufig, aber eine Werksadresse war nicht zu finden.

Aber natürlich führte – nach tagelanger Suche – meine Beharrlichkeit endlich doch zum Ziel und der heutige Hersteller der Carl Schlieper AUGE Taschenmesser war gefunden.
Und natürlich bin ich umgehen nach Solingen gefahren und habe mir mein erstes eigenes AUGE ausgesucht.

So kann der Kreislauf weitergehen… ich übe gerade das Schnitzen, damit ich dann eines Tagen in eben solch bewundernden Augen sehen kann, wie ich sie damals hatte, als ich meinem Opa beim Herstellen der schönen Holzfiguren zugesehen habe!

Und für alle “Opas”, die das selben Probleme haben, mit dem modernen, langweiligen  Messereinerlei…

hier die Notfalladresse: www.pocketknives.de

Alte Hobbys “neu” entdeckt…

Wenn man erst einmal – altersbedingt – über ausreichend Zeit verfügt, beginnt man irgendwann, in alten Schubladen zu graben und entdeckt längst vergessene Dinge, die einen vor Jahren brenned interessiert hatten, dann aber im täglichen Arbeitstrott vollkommen in Vergessenheit geraten und mit der Zeit immer weiter in die hintersten Ecken verschwunden sind.

So bekam ich leuchtende Augen, als ich da meine alte, verbeulte Taschenlampe aus Kindertagen vollkommen verrostet wiederfand und ein paar “Fahrtenmesser“, die auch schon bessere Zeiten gesehen hatten.

Sogleich fing ich an, im Internet zu suchen, wann wohl die alten Schätzchen das Licht der Welt erblickt haben mögen. Ich grub und forscht… fand wenig… und schwups, war es passiert, die alte Leidenschaft war erweckt. Natürlich sind sofort unwiderstehliche Verlockungen in greifbare Nähe gerückt, in Form von InternetShops, die mit ihren funkelnden Fotos werben.

Und was soll ich sagen, nur wenige Tage und ich hatte die erste Onlinebestellung ausgelöst und wartete – wie ein Junge vor Weihnachten – auf das Eintreffen der ersten Lieferung aus dem fernen China (Mal sehen, ob die das tatsächlich können, bei dem lächerlichen Preis?), oder auch nur aus dem nahegelegenen Solingen (Bei erheblich höherem Preis, aber der Name zieht eben immer noch mächtig!).

Natürlich wurde auch die Lumix LX3 wieder aktiviert und alles “dokumentiert”, vom Auspacken der neuen Spielzeuge bis zum “Werbefoto” für interessierte Freunde.
Zum Leidwesen aller Leser dieses Blogs also wieder 2 neue Kategorien, über die es ggf. zu berichten gibt.

MINOX BV 8×25 BRW – Phasenkorrektur, ja oder nein?

Die Entwickler von hochwertigen Ferngläsern sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, die Qualität des Abbildungsleistung zu steigern. Eine dieser Verbesserungen war die Einführung von Phasenkorrekturbelägen der Prismen. Zunächst nur bei den absoluten Topprodukten zu finden, wurde schon bald auch in der Mittelklasse damit geworben. Wenn nun aber auch bei den preiswerten Vertretern unterhalb von 200 Euro davon die Rede ist, können Zweifel aufkommen, ob diese qualitätsverbessernde Technik auch tatsächlich in der Fertigung umgesetzt worden ist. So auch HIER!

Die Firma Fujinon hatte sich im vergangenen Jahr ja nicht mit Ruhm bekleckert, als der bekannte Journalist Walter E. Schön seine Zweifel bei einem Produkt dieser Marke anmeldete… und am Ende auch Recht mit seinem Zweifel hatte! auf ein Fehlen des beworbenen Phasenkorrekturbelages bei Produkten dieser Marke hingewiesen hatte… was am Ende von den Zuständigen auch zugegeben wurde! (Ich hoffe, Herr Schön, so trifft die Formulierung “besser” den Sachverhalt?)

Das soeben von mir erstandene kleine Minox BV 8×25 BRW hat ebenfalls dieses Feature in den technischen Daten… und das bei einem Preis von nur 99 Euro (Weihnachtsangebot)?! Kein Wunder also, dass kritische Forumteilnehmer nachgefragt haben.

Bei dem kleinen Preis, wärs mir persönlich ja egal gewesen, trotzdem habe ich dann folgende provisorischen Versuchsaufbau vorgenommen:

Auge > Polfilter > Fernglas in umgekehrter Position > TFT-Monitor

Zunächst aber, zur Veranschaulichung der Wirkung, 2 Fotos ohne Fernglas, nur mit Polfilter vor dem Monitor.

Polfilter in Stellung 0° = voller “Durchgang” (links) | Polfilter in Stellung 90° = komplett “geschlossen” (rechts)

Als Vergleich für ein Glas der “Vergangenheit”, bei der noch keine Phasenkorrekturbeläge eingesetzt wurden, musste mein geliebtes und viele Jahre verwendetes Leitz Trinovid 8×32B 130m/1000m herhalten.

Leitz 8×32B 130m/1000m: Kein Farbflächen vorhanden. Reiner “Helligkeitstausch” bei Verdrehen des Polfilters.

Dann war mein neues “Für alle Fälle immer dabei” Minox BV 8×25 BRW an der Reihe.

Minox BV 8×25 BRW: Deutlich vorhandene Farbflächen “tauschen” ihre Einfärbung beimVerdrehen des Polfilters.

Wenn auch die Belegfotos allesamt von mieser Qualität sind – da ohne Stativ und ganz provisorisch geschossen – zeigen sie doch ganz deutlich: Das alte Trinovid besitzt (natürlich) keine… das preiswerte Minox aber sehr wohl die versprochene Phasenkorrektur-Beschichtung!

Also können sich alle Zweifler beruhigt zurücklehenen, denn es gibt doch noch Hersteller/Händler in Deutschland, die ihre technischen Zusagen – auch bei preiswerten Produkten – tatsächlich einhalten.
Daumen hoch also für Minox… ;-)

Natürlich ist mir klar, dass mit dem Vorhandensein dieser Beschichtung, dieses Produkt nicht unbedingt “besser” sein muss, als ein konkurrierender Vertreter ohne… aber das war hier auch NICHT die Frage!

Lumix LX3 – Den Blitz… brauche ich wirklich nicht!

Einer der Hauptgründe, bei die Entscheidung für die Lumix LX3 war die hohe Lichtempfindlichkeit. Ich habe es bis heute nicht bereut. Die extremen 24 mm Brennweite hatten mich beinahe abgeschreckt und beim Kauf stark zweifeln lassen … heute weiss ich, was ich bis dahin verpasst habe.

Mittlerweile habe ich die kleine Kamera lieben gelernt und würde sie gegen nichts eintauschen wollen. Gerade in der Weihnachtszeit zeigt die kleine Lichtriesin, was in ihr steckt. Perfekte Schärfe ist aber nicht alles… es kommt auf die eingefangene Stimmung an. Und da punktet die LX3, wie keine andere Kamera, die ich bisher besessen habe… und das waren schon so einige ;-)

Was das war? Frag mich besser nicht! Aber die Stimmung… die war genauso!

Letzte Vorbereitungen in der Küche, die Teller sind gut vorgewärmt… die Spannung steigt ins Unermessliche!

Wer sagt denn, dass man alles erkenn muss? Wir waren doch dabei und erinnern uns an die Situation genau!

Mag sein, dass ich mir meinen alten  SLR-Boliden des vergangegnen Jahrhunderts mit ihren gigantischen “Glasklötzen” mehr rausgekitzelt hätte… aber mich begeistert heute viel mehr, wie einfach und ohne jeden Aufwand ich das alles speichern kann… Ja, de Zeiten ändern sich eben!

MINOX BV 8×25 BRW – Verblüffende Leistung

MINOX - LogoUnabhängig von meinen “binokularen” Betrachtungen im TOP-Bereich europäischer Fernglasmarken innerhalb der vergangenen Monate, habe ich zeitgleich auch nach einem kleinen Fernglas “für immer dabei” gesucht, welches sowohl preiswert zu haben, gleichzeitig aber auch nicht allzu schlecht in der Leistung sein sollte.

Die Gläser der 8×20er TOP-Klasse, sind zwar sehr kompakt und von überagender optischer Leistung, aber

1. recht teuer – ein halber Tausender sind da schon fast “günstig”
2. wegen recht kleiner Fokussiertriebe nicht sonderlich ideal in der Handhabung
3. die Nahgrenze in manchen Fällen nicht mehr zeitgemäß und für Insektenbeobachtung nicht ausreichend kurz
4. mir “einfach zu schade”, sie bei jedem Wetter in der Anoraktasche oder im Handschuhfach durchzuschütteln

Sieht man sich im Internet um, findet man massenhaft Firmen bzw. Onlineshops, die günstig “Spielsachen” dieser Art anbieten. Allerdings handelt es sich meist um vollkommen unbekannte Namen, die zudem im europäischen Bereich nicht ansässig sind, sodaß es bei möglichen Reklamationen zu größeren Schwierigkeiten kommen  könnte, als ich mir einhandeln möchte. Ein bekannter “Deutscher Name mit Tradition” wäre mir da natürlich lieber, aber geht das überhaupt zum “kleinen Preis”? OK, ich habe keine zu hohen Erwartungen!

Minox BV 8x25 BRW - Frontansicht

Als dann die Firma MINOX aus Wetzlar auf ihrem digitalen “Weihnachtskalender” mit Datum vom 7.12.2009 ein passendes Glas anbot, zu einem um ca. 40% reduzierten Preis von 99 Euro… habe ich gleich zugeschlagen.
So schlecht kann es garnicht sein, wenn die angegebenen technischen Daten nur einigermassen stimmen – und bei dem “Herstellernamen” habe ich nicht ganz so große Zweifel. OK, garantiert wird es aus asiatischer Produktion stammen, aber was kommt heutzutage nicht von dort? Aber auf diese Weise habe ich jetzt zumindest “eine Ansprechadresse fast um die Ecke”.

Die technische Kennwerte des “BV 8×25 BRW”  laut Minox Datenblatt

  • Vergrößerung: 8x
  • Eintrittspupille: 25 mm
  • Austrittspupille: 3,1 mm
  • Sehfeld: 119 m / 1000 m = 7,4°
  • Pupillenschnittweite: 15,5 mm
  • Nahdistanz: 2,4 m
  • Dämmerungszahl: 14,1
  • Funktionstemperatur: -10° bis +40° C
  • Wasserdicht: ja, bis 3 m Tiefe
  • Höhe, Breite, Tiefe: 109 x 98 x 39 mm
  • Gewicht: ca. 295 g
  • Ausstattung: Stickstoff-Füllung, Prismen mit Phasenkorrektur-Belag
  • Bestell Nr.: 62171

Bedenkt man den vorgesehenen Einsatzfall und den moderaten Preis, dann kann man eigentlich nicht meckern… kompakt, leicht, wasserdicht, mit Phasenkorrekur-Belag… schaun mer mal, wie “das gute Stück” in Natura aussehen wird und – vor allem – was man in der Natur dadurch erkennen kann.
Besonders gespannt bin ich darauf, welche Abstriche man am Ende machen muß, gegenüber einem Fernglas der Topklasse… jedoch bei einem Preisfaktor von ca. 1/15.

Die Onlinebestellung war in Minutenschnelle erledigt. Umgehend kam per E-Mail die Bestätigung mit Auftragsnummer etc. Nun ist Warten angesagt! Die Zeit vertreibt man sich mit Lesen von mehr oder weniger guten Kritiken eben dieses Glases. Man redet sich natürlich ständig ein, bloß nicht zuviel zu erwarten, um dann nicht zu sehr enttäuscht zu sein. Gleich mal überlegen, wem man es zu Weihnachten schenken könnte, wenn es dann doch nicht wirklich gefällt…

Endlich, der freundliche Paketbote ist da…

Das Warten ist eben so spannend, wie bei einem erheblich teureren Glas. Der Paketbote kommt dann endlich nach “3 langen Tage”, eine elektronische Unterschrift ist schnell hinkekritzelt und ab an den Schreibtisch, das Päckchen will ausgepackt werden. Gespannte Erwartung, trotz und wegen dieser ungewöhnlichen Preisklasse!

Keine äußere Beschädigungen, das ist schon mal der 1. Schritt. Vorsicht die Verklebung des kleinen Versandkartons aufgeritzt.

Paket-1 - aufgeschnittenPaket-2 - FuellmaterialPaket-3 - what is in the boxPaket-4 - Karton geschlossen

Gut geschützt durch reichlich geknülltes Packpapier das nahezu winzige Päckchen mit dem Fernglas.

Paket-5 - Karton offenPaket-6  - Karton InhaltTasche mit TragriemenTasche mit Inhalt

Neben einer Schutztasche aus Kunstleder liegt ein recht ordendlicher Neopren-Tragriemen (beachtlich bei diesem Leichtgewicht von gerade einmal 300g) ein Optikputztuch, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung und ein Prüfbescheinigung (in Deutscher Sprache!). In der Tasche selber dann das “gute Stück”.

MINOX-BV 8x25 BRW - Rueckansicht

Auf den ersten Blick… garnicht schlecht für die paar Kröten ;-)

1. Eindruck:
Das macht spontan einen ganz passablen Eindruck… nicht zu leicht und auch die Gummiarmierung ist nahezu geruchfrei und ohne hässliche “Schweißnähte” an den Form-Trennflächen.

Armierung:

Die grüne Gummiarmierung ist weder klebrig noch rutschig. Eine leicht porige Oberfläche vermittelt den Eindruck, dass es hier keine Probleme geben wird. Um einen ganz leichten Kunststoffgeruch wahrnehmen zu können, muß man schon mit der Nase die Gummiarmierung berühren. Bedenkt man, dass das kleine Ding ja auch flammneu ist, kann man davon ausgehen, dass nach 1-2 Wochen keine Ausdünstung mehr zu bemerken sein wird.

Haptik/Handlage:

Das MINOX liegt sofort gut in der Hand… es verschwindet nahezu darin, selbt bei meinen kleinen Händen. Aber es sollte ja auch bewußt sehr kompakt sein, um es auch immer und überall dabei haben zu können. Gegenüber den winzgen “Kompaktgläsern” allerdings ist es schon deutlich “griffiger” und kann als echtes kleines Fernglas bezeichnet werden.

Die Griffmulden auf der Tubusrückseite sind zwar sehr nett, wären aber garnicht erforderlich gewesen, da man die Daumen fast auf der gegenüberliegenden Mulde ablegen kann. Allerdings hindern sie auch nicht.

Fokussiertrieb:
Die Fokusierung ist vollkommen spielfrei und läßt sich, dank der relativ gross dimensionierten Verstellwalze (ca. 22,5 mm Durchmesser) wunderbar ruckfrei und butterweich bedienen. Selbst wenn man das kleine Gläschen nur mit einer Hand hält, ist die Fokussierung mit Daumen und Zeigefinger der selben Hand ein reines Kinderspiel.

Fokussierrichtung:
Wie erwartet, bei Gläsern aus asiatischer Fertigung, so auch hier die “falsche” Richtung… also anders, als bei den Europäischen Top-Produkten, ist die Naheinstellung im Uhrzeigesinn erreichbar.
OK, bei dem Preis muß man kompromisse machen. Wird schon gehen und ist somit akzeptiert!

Naheinstellgrenze:
Die kürzeste Einstellentfernung liegt bei gemessenen 1,5 Metern. Allerdings ist das dann besser nur mit einem Auge zu machen, denn die beiden Rohre scheinen jetzt nicht mehr genau auf das Ziel ausgerichtet zu sein. Bis ca. 2,0 Meter bemerkt man dieses Problem allerdings nicht. Natürlich muß für diesen nahen Bereich die Knickbrücke etwas näher eingestellt werden, aber das ist ja auch bei TOP-Gläsern nicht anders!

Drehungen in Grad von Unendlich bis 2 Meter:
Insgesamt läßt sich die Verstellwalze zwischen den mechanischen Anschlägen um ca. 300 Grad drehen. Die Fokussierung ist somit sehr schnell. Für meine Verhältnisse “zu schnell”, denn man schießt damit auch flux mal “übers Ziel hinaus”. Allerdings habe ich mit meinem Swarovski EL 8×32 auch ein Glas, welches das extreme Gegenteil darstellt. Also muß man für eine abschließende Wertung doch ein paar Tage vergehen lassen und das kleine Glächen zwischnzeitig eifrig nutzen. Warten wir als noch ein paar Tage…

Nach 3 Tagen kann ich sagen, etwas mehr Feinheit (feinere Gewindesteigung) wäre mir pers. angenehmer , aber man kann – wenn man Einsatzfall  ud Preis bedenkt – damit leben.

Justierung des rechten Okulars:
Das ist etwas fummelig, was wohl an der “schnellen” Gewindesteigung liegt. Es ist keine  mechanische Rastung vorhanden, die Einstellung soll also auf Grund der vorhandenen Friktion in der gewählten Position verbleiben. Eine deutlich sichtbare Einkerbung in der Armierung zeigt, ob das auf lange Zeit auch so bleibt. Da ich aber grundsätzlich mit Brille beobachte, ist dieser Faktor für mich vollkommen unerheblich.

Augenmuscheln:
Drehsaugenmuscheln mit 2 Zwischenrasten, die aber so schlapp rasten, dass ich froh bin, dass die voll eingeschraubte Position für mich ideal ist. Jeder, der ohne Brille beobachtet, wird zur O-Ring Lösung greifen müssen, um ein Verstellen beim Visieren sicher zu verhindern.

MINOX - BV 8x25 BRW - Frontansicht - Okularmuschel - 1-1 MINOX - BV 8x25 BRW - Okularmuscheln-Verstellweg - 3-2

Augenmuschel “voll eingedreht” und “in gerasteter Zwischenlage”. Maximal ist der doppelte Weg möglich!

Brillenträgertauglichkeit:
Um den bestmöglichen Einblick zu erhalten, muß ich die Augemuscheln komplett einschrauben. Je nach Korrekturfaktor und Ausührung der verwendeten Brille könnte es knapp werden, für mich passt es allerdings ideal. Das Glas hat einen erstaunlich guten Einblick, natürlich ist bei 8×25 und ca. 3,1 mm Austrittspupille genaues Einstellen des Augenabstandes erforderlich, insbesonder, wenn gute Lichtverhältnisse schon winterlich früh zu schwinden beginnen. Hat man das aber erledigt, kann man nicht klagen.

Knickbrücke und Verstellungskraft:
Die erforderlichen Verstellkräfte sind gering, aber nicht zu knapp um ein schnelles, unbeabsichtigtes Verstellen zu verhindern. Die Bewegung läuft satt und nicht ruckelig. Das habe ich schon viel schlechter erlebt und das bei erheblich teureren Fabrikaten!

Wackelneigung:
Wegen des leichten Gewichtes von 300Gramm kann man keine “Massenstabilisierung” erwarten… trotzdem liegt das kleine MINOX ruhiger, als z.B. die meisten echten Taschengläser der 8×20er oder 10×25er Klasse. Da machen 80-100 Gramm Mehrgewicht doch schon etwas aus. Auch die mechanisch größere Bauform hilft, das Glas “überhaupt irgendwo” zu packen und ruhig zu beobachten.
Spontan schießt mir durch den Kopf… 500-600Gramm ist wohl tatsächlich die perfekte Lösung… aber um die geht es HIER ja nicht!

Tasche:
Kunstledertasche mit Schnapp-Verschluss, ohne separaten Tragriemen, aber mit Gürtelschlaufe. Das ist nicht schlecht, da man sich die Tragweise den Erfordernissen entsprechend aussuchen kann. Die Verarbeitung ist so “elastisch”, dass man die nicht benötigte Tasche auch flach zusammengedrückt leicht in Anorak- oder Fahrrad-Packtasche verschwinden lassen kann.

Tragriemen:
Nylonriemen mit Neoprenelement im Nackenbereich, wegen des geringen Gewichtes zwar nicht erfordelich. Nach einer Stunde dann aber die Feststellung… auch ein Leichgewicht von 300g wird mit der Zeit wesentlich tragbarer, je breiter und weicher der Tragriemen ist. Stabile Ösen am Glas sorgen für eine sichere Riemenbefestigung. Zwar ist alles etwas kleiner ausgeführt als bei den dicken Boliden, aber es passt alles sehr gut zueinander. Wegen der kurzen Baulänge neigt das Glas bei eingestelltem Augenabstand zum “Schiefhängen”, durch das geringe Gewicht von 300 Gramm führt das allerdings nicht dazu, dass einem nach wenigen Minuten das Frühstück hochkommt.

Okularschutz/Objektivschutz:
Nicht vorhanden… Na ja, bei dem Preis sieht man darüber hinweg und ist “sowieso etwas großzügiger”, denke ich.

Helligkeit:
Wird noch nachgereicht… Warten wir das Wochenende ab!

Randschärfe und Kontrast:
Am Sonntag war endlich auch mal Sonnenschein, deshalb also jetzt die Feststellung: Das Minox ist kein Nachtglas, was es auch nicht sein will oder kann. Trotzdem ist bei bedektem Himmel und Tagesbeobachtung die Beobachtung sehr passabel möglich, Die Farben sind weder extrem blass noch fehlt es an Erkennbarkeit. Scheint aber die Sonne, dann ist das kleine MINOX in seinem Element. Sehr ordendliche Farbwiedergabe und auch die Mittenschärfe ist nicht übel. Natürlich muß man in Durchmesserbereichen ab ca. 60% dann Abstriche machen… zum Rand hin wird es dann ungemütlich. Wer aber das Ziel immer im Zentrum des Glases hält, kann ganz zufrieden sein.
Die 119m/1000m Gesichtsfeld sind ebenfalls nicht zu übel, wenn man den Schärfenabfall am Rande akzeptiert.

Kontouren:
Wird noch nachgereicht… Warten wir das kommende Wochenende ab!

Der Versuch einer (subjektiven) Schlußbewertung

Um es gleich vorwegzunehmen, dieses kleine Glas kann meinem “grossen” EL 8×32 WB natürlich nicht das Wasser reichen, aber das war ja weder zu erwarten, noch erhofft, wenn man den Preisfaktor von 1/15 berücksichtigt.
Die Wertung muß also immer unter Berücksichtigung dieses Preisunterschieds gesehen werden.

Vergleich zum kleinen Leica Trinovid 8×20 BL:
Wird noch nachgereicht… Warten wir das kommende Wochenende ab!

Leica-Trinovid - MINOX - BV 8x25 BRW - Frontseite Leica-Trinovid - MINOX - BV 8x25 BRW - Objektivseite

Der Größenunterschied zumindest ist schon einmal gut merkbar…Wem es auf absolut filigranes Packmaß ankommt, der wird wohl auf die schlanken Kleinen aus bestem Hause zurückgreifen müssen… vorausgesetzt, der notwendige Mehrpreis kann dafür locker gemacht werden und wird nicht anderweitig sinnvoller benötigt.

Leica-Trinovid - Objektivbeschichtung MINOX - BV 8x25 BRW - Objektivbeschichtung

Wenn mir auch die Farbe eigentlich egal sein kann, sieht man aber, daß sich beim MINOX so Einiges getan hat. Die blaue Beschichtung der 80er Jahre ist einem grünorange Farbenspiel gewichen, welches auch beim Swarowski zu finden ist… ob daraus aber auf “identische” Qualität geschlossen werden kann, bezweifle ich einfach mal.

Vergleich zum Swarovski EL 8×32 WB:
Soll ich das tatsächlich machen… ich glaube das wäre unfair, oder? Ich lasse das also einfach weg!

Das (subjektive) Preis/Leistungsverhältnis und der Gebrauchswert
Wird noch nachgereicht… Warten wir das kommende Wochenende ab!